Die Nachspielzeit im Nachbarschaftsduell zwischen Schalke 04 und dem VfL Bochum lief bereits, die Königsblauen führten mit 2:1, verteidigten so gut es ging ihr eigenes Tor. Und sie setzten ein wenig auf Zeitspiel. Ein beliebtes Mittel sind Auswechslungen. S04-Trainer Miron Muslic nahm Moussa Sylla vom Feld, brachte Emil Höjlund für die letzten Sekunden. Die S04-Fans applaudierten lautstark, Trainerteam und Mitspieler umarmten Sylla besonders intensiv, wie es schien. War der 2:1-Sieg, den Schalker über die Zeit rettete, Syllas letzter Auftritt im königsblauen Trikot?

Schalke spielt am Sonntag bei Dynamo Dresden

Das Transferfenster schließt kommenden Montag (1. September). Dass Sylla am Tag zuvor in Dresden (13.30 Uhr/Sky) noch im königsblauen Trikot aufläuft, ist aktuell unwahrscheinlicher als ein Verbleib. Dass die Schalker an einen Sylla-Verkauf denken, ist seit Monaten bekannt, bisher sind bei den Königsblauen aber keine Angebote eingetroffen, die auch nur im Ansatz an die Wunsch-Ablösesumme herankamen. Öffentlich kommuniziert haben die Schalker eine solche nie, aber sie erhoffen sich eine Einnahme bis zu sieben Millionen Euro. Wenn diese nicht durch eine fixe Ablöse zu erzielen ist, wären sie auch bei einer geringeren Sofort-Ablöse gesprächsbereit, wenn dafür die Leistungsboni leichter erreichbar wäre.

Viele interessierte Klubs spekulieren auf einen günstigeren Preis, da die Schalker oft genug verkündet haben, wie dreckig es ihnen finanziell geht. Im Sommer 2025 nahm Schalke aber (inklusive der Beteiligung am Wechsel von Ex-S04-Talent Malick Thiaw von Mailand nach Newcastle) schon rund elf Millionen Euro ein, kann bei Sylla deshalb etwas härter in den Verhandlungen sein. Dennoch: Zeichnet sich bis Samstag ein Wechsel ab, wird Sylla in Dresden nicht spielen.

Schalke-Torjäger Sylla: „Beim nächsten Mal mache ich ihn wieder rein“

Und wie sieht es Sylla selbst? Gegen Bochum zeigte er eine seiner schwächeren Leistungen. Wie immer war er weitgehend unsichtbar, wartete als Strafraumstürmer auf seine große Chance. Die kam in der 88. Minute, als er weniger Meter vor dem Tor völlig frei stand, sich nur die Ecke aussuchen musste. Doch seinen unplatzierten Flachschuss konnte der Bochumer Colin Kleine-Bekel mit einer Grätsche zur Ecke lenken. „Ich habe da eigentlich nichts falsch gemacht. Aber der Verteidiger hat einen guten Job gemacht. Ich habe schon einige Tore erzielt. Beim nächsten Mal mache ich ihn wieder rein“, erklärte Sylla im Gespräch mit dieser Zeitung. „Aber wichtig ist, dass wir gewonnen haben. Wir wollen jeder Mannschaft zeigen, dass es für sie schwer ist, uns zu Hause zu schlagen. Das haben nun erst Hertha BSC und jetzt Bochum erfahren müssen. Das haben wir geschafft.“

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Und mit welchem Gefühl geht Sylla nun in die Woche? „Wenn ich beim nächsten Spiel wieder so eine Chance bekomme, werde ich sie nutzen“ erklärte er. Ob er damit das Spiel in Dresden meint? „Warum nicht?“, sagte Sylla und grinste.