Eine kleine Unaufmerksamkeit hat dafür gesorgt, dass der FC Schalke 04 am Betzenberg als Verlierer vom Platz gehen musste. Unglücksrabe war bei der 0:1-Niederlage im Auswärtsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern Ron Schallenberg. Zum Zweiliga-Auftakt gegen Hertha BSC in der Vorwoche zählte der defensive Mittelfeldspieler noch zu den besten Spielern der Königsblauen, am Samstagabend verschuldete er einen Elfmeter. Weil Marlon Ritter vom Punkt die Nerven behielt (55.), feierten die Pfälzer den ersten Saisonsieg. Schalke hingegen verpasst den perfekten Start in die Liga.

Wöchentlich
Schalke-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Spielberichte, Transfergerüchte, Analysen, Interviews: Das Wichtigste zu S04.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Dabei fiel vor allem eines auf: Am ruhmreichen Betzenberg war es extrem laut. Über 90 Minuten glich das Fritz-Walter-Stadion einem Tollhaus. Die Atmosphäre während des Zweitligaspiels war zweifelsfrei erstklassig. Schon vor dem Anpfiff zeigten die FCK-Fans in der Westkurve eine beeindruckende Choreografie für Klub-Ikone Jean Zimmer, der fortan nur noch in der zweiten Mannschaft spielt.
Aber: Bis zur zweiten Halbzeit mussten die 49.327 Zuschauer fast gänzlich auf Torraumszenen verzichten.
Schalke gegen Kaiserslautern: Harte Duelle in den Zweikämpfen
Dabei starteten die Pfälzer gut ins Spiel. Schon in der zweiten Minute schüttelte FCK-Stürmer Daniel Patrick Hanslik seinen Gegenspieler Hasan Kurucay ab und schoss aus spitzem Winkel nur knapp am Tor von Loris Karius vorbei. Mehr kam von den Roten Teufeln vor der Pause aber nicht.
Ein Feuerwerk zündeten jedoch auch die Gelsenkirchener auf dem Rasen nicht ab – obwohl Trainer Miron Muslic seine Mannschaft im Vergleich zum Auftaktsieg nur auf einer Position verändert hat. Für den gesperrten Nikola Katic (Gelb-Rot) rückte Kurucay in die erste Elf. Dabei machte es der Neuzugang ordentlich. So war es der Türke, der nach einer Standardsituation den ersten Schalker Abschluss des Spiels hatte (5.). Auch in der Defensive räumte er gut auf und gewann den Großteil seiner Zweikämpfe – und genau das stand am Betzenberg im Fokus. Zweikämpfe.

Weil beide Teams wenig Interesse an einem geordneten Spielaufbau hatten und stattdessen auf Pressing- und Kontersituationen lauern wollten, war das Spiel geprägt von langen Bällen der Verteidiger in Richtung der Offensivspieler – und eben Zweikämpfen. Im Minutentakt rauschten immer wieder Spieler in weißen und roten Trikots ineinander und kämpften um den Ball. Schön anzusehen war das nicht.
Schalke im Pech: Elfmeter entscheidet das Spiel
Wenn es mal gefährlich vor den Toren wurde, dann meist nach Standardsituationen. So resultierte die beste S04-Chance durch Moussa Sylla aus einem langen Einwurf von Christopher Antwi-Adjei (8.). Letztlich waren die Gelsenkirchener am Betzenberg zwar nicht weniger fleißig als im Heimspiel gegen Hertha BSC, sie scheuten keinen Zweikampf und versuchten sich im Pressing, doch es fehlte an Zielstrebigkeit vor dem Tor.
Ein plumpes Foulspiel von Ron Schallenberg nach knapp einer Stunde hat schließlich dafür gesorgt, dass die Schalker trotz solider Leistung die erste Saisonniederlage kassiert haben. Nach einem flachen Eckball von Ritter kam Schallenberg im Zweikampf mit Hanslik einen Schritt zu spät und traf den FCK-Stürmer am Knöchel. Nach Eingriff des Video-Assistenten entschied Schiedsrichter Martin Petersen auf Strafstoß für Kaiserslautern, die richtige Entscheidung. Kapitän Ritter übernahm Verantwortung und konnte Karius verladen – das 1:0 für die Gastgeber.
Schalke-Kapitän Kenan Karaman ist zurück
Die Zuschauer im Fritz-Walter-Stadion hätten diesen Weckruf eigentlich gar nicht gebraucht, doch nach dem Führungstreffer wurde es tatsächlich noch lauter. Die Folge: Die auf einigen Positionen unerfahrene Schalker Mannschaft brauchte einige Minuten, um sich vom Schock zu erholen. Mit der Führung im Rücken war der FCK plötzlich spielbestimmend.

Für mehr Ruhe und Zielstrebigkeit konnte auch Kapitän Kenan Karaman nicht sorgen. Nach knapp zwei Monaten Verletzungspause gab der 31-Jährige am Betzenberg sein Comeback. Die Wende brachte seine Einwechslung (63.) aber nicht. Obwohl die Königsblauen in der Schlussphase noch einmal viel investiert haben und es hitzig blieb. So sorgte ein vermeintlicher Platzverweis gegen Leon Robinson nach Foul an Janik Bachmann für viele Diskussionen. Nach einem zweiten Eingriff des Video-Assistenten Günter Perl korrigierte Schiri Petersen erneut - statt Rot gab es nur Gelb für den Lauterer.
So bleib es trotz rekordverdächtiger zwölf Minuten Nachspielzeit beim 0:1 aus Sicht der Schalker. Es ist der erste kleine Dämpfer unter dem neuen Trainer Miron Muslic.





