Klassenerhalt vertagt: Der FC Schalke 04 hielt beim 1. FC Kaiserslautern am Sonntagnachmittag zu selten dagegen und verlor nach einer dürftigen Leistung verdient mit 1:2 (0:1). Damit verloren die Königsblauen ihr erstes Spiel nach der Ankündigung, dass Trainer Kees van Wonderen im Sommer gehen muss. Aus den verbleibenden drei Spielen fehlt S04 noch ein Punkt zum sicheren Ligaverbleib.

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Zum ersten Mal war van Wonderen auf dem Betzenberg zu Gast, und er erwischte direkt eine prachtvolle Kulisse. Das Fritz-Walter-Stadion war ausverkauft, rund 50.000 Zuschauer waren bei herrlichem Wetter da, die FCK-Fans zeigten eine farbenfrohe, prächtige Choreographie, begrüßten die Gäste - wie immer - mit einem lauten „Hier regiert der FCK!“ Der neue Trainer Torsten Lieberknecht, der am Mittwoch für Markus Anfang übernommen hatte, genoss die Atmosphäre, betrat den Rasen schon fünf Minuten vor dem Anpfiff.

Das Spiel konnte in der ersten halben Stunde aber nicht mit der Leidenschaft vor dem Anpfiff mithalten. Der FCK griff zwar energisch an, kam aber mit Ausnahme eines Flachschusses von Torjäger Ragnar Ache (25.) zu keinem gefährlichen Abschluss. Nach dieser Chance nahm der wuchtige Angreifer aber Fahrt auf und stellte Schalke vor große Probleme. Beispielsweise in der 35. Minute: Kenny Prince Redondo hatte S04-Profi Mehmet Can Aydin problemlos stehen lassen. Er flankte in den Strafraum, dort sprang Ache höher als alle anderen und köpfte aufs Tor. Schalke-Torwart Justin Heekeren wehrte ab, war aber gegen Daisuke Yokotas Abstauber machtlos: 1:0 für Kaiserslautern, verdient.
Schalke und Kaiserslautern spielen dürftige erste Halbzeit
Einen Schlenzer von Ache konnte Heekeren mit einer Flugparade festhalten (41.). Und Schalke? Allein ein Schuss von Moussa Sylla sorgte für Gefahr (45.), der ging aber drüber. Das offensive Konzept von van Wonderen bestand daraus, dass Kapitän Paul Seguin den Ball bekam und damit irgendetwas Schlaues anfangen sollte. Klappte selten.

Die zweite Hälfte verlief ganz anders als die erste. Sie begann direkt mit einem Paukenschlag: 20 Sekunden waren gespielt, als Daniel Hanslik plötzlich allein vor Heekeren auftauchte. Mit einer Glanztat verhinderte der Keeper das zweite Gegentor, es wäre wohl die Entscheidung gewesen. In der 56. Minute hatte der FCK ein zweites Mal das 2:0 auf dem Fuß. Nachdem ein Rückpass von Marcin Kaminski auf Heekeren zu kurz geriet, tauchte Ache allein vor Heekeren auf, schoss aber weit über das Tor Richtung Westkurve.
Moussa Sylla lässt Schalke vergeblich hoffen
Da hatte Schalke zweimal Glück, doch auch die Königsblauen nahmen nach der Pause am Spiel teil. Das lag an der Einwechslung von Emil Höjlund, der Kaiserslautern vor Probleme stellte. In der 55. Minute erwischte er nach einem langen Pass den Ball mit der Fußspitze, der Ball kullerte knapp am Tor vorbei. Sechs Minuten später bugsierte Höjlund den Ball in die Mitte des Fünfmeterraums Richtung Sylla, der Torjäger beförderte den Ball mit einer Grätsche über die Linie - 1:1.
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Doch nach diesem Treffer wirkten die Schalker zufrieden mit dem Unentschieden und zogen sich zurück. Die Roten Teufel, angetrieben von der lautstarken Kulisse und dem Aufstiegstraum, brüllten ihre Mannschaft zu einer turbulenten Schlussoffensive. Im Zentrum stand der beste Mann auf dem Platz. Nachdem ein Tor von Ragnar Ache wegen Abseits nach Videobeweis aberkannt worden war (73.), ließ er vier Minuten später Kaminski stehen und erzielte das umjubelte 2:1.
Nachdem Schalkes Schlussoffensive zwar einige Flanken, aber keine gefährlichen Abschlüsse brachte, war Schluss: Der FCK jubelte, die Schalker fuhren enttäuscht zurück ins Ruhrgebiet.






