Zumindest quantitativ wird Borussia Dortmund seinem Ruf als Talentschmiede gerecht. Drei BVB-Jungprofis haben es auf die 100-köpfige Liste für den European Golden Boy Award 2026 geschafft: Offensivjuwel Samuele Inacio sowie die Abwehrtalente Luca Reggiani und Joane Gadou.

Die Borussia ist einer von nur wenigen Vereinen, die gleich drei Nachwuchsspieler im aktuellen Ranking stellen. Die Liste wird seit diesem Jahr gemeinsam von der italienischen Sportzeitung Tuttosport und dem Portal Transfermarkt erstellt. Berücksichtigt werden dabei nicht nur die Leistungen der Nachwuchsspieler, sondern auch Faktoren wie Marktwert, Entwicklungspotenzial sowie die Stärke von Liga und Verein. Sie alle werden von Transfermarkt zu einem Gesamtwert (Golden Boy Index) zusammengezogen.

BVB-Talente Inacio und Reggiani auf dem Weg nach oben

Im Fall Inacios kommt die Nominierung alles andere als unerwartet, gilt der 18-jährige Italiener mit brasilianischen Wurzeln doch als eines der spannendsten Offensivtalente Europas. Mit einem Golden Boy Index von 46,6 liegt er auf Platz 71 der Liste.

In der vergangenen Saison feierte Inacio sein Bundesliga-Debüt, erzielte sein erstes Tor im deutschen Oberhaus und wurde im Anschluss sogar erstmals für die italienische A-Nationalmannschaft nominiert. Nicht zufällig buhlte auch der brasilianische Fußballverband intensiv um seine Zusage. Beim BVB wie auch in der Squadra Azzurra soll Inacio in absehbarer Zeit eine zentrale Rolle einnehmen und das Offensivspiel prägen

BVB-Juwel Samuele Inacio steht unter den 100 Nominierten für den European Golden Boy Award 2026.
BVB-Juwel Samuele Inacio steht unter den 100 Nominierten für den European Golden Boy Award 2026.© AFP | Ina Fassbender

Wie Inacio hat sich auch Landsmann Luca Reggiani in der zurückliegenden Spielzeit herausragend entwickelt. Noch früher als der Offensivkollege etablierte sich der 18-Jährige im Dortmunder Profikader, sammelte reichlich Spielminuten auf der rechten Abwehrseite und wurde ebenfalls schon mit einem ersten Einsatz für Italiens A-Nationalmannschaft belohnt. Bemerkenswert: Mit einem Index von 52,6 (Platz 39) wird Reggiani von Transfermarkt sogar noch höher gewertet als Inacio.

Borussia Mönchengladbach - Borussia Dortmund
Luca Reggiani im BVB-Einsatz gegen Borussia Mönchengladbach.© Federico Gambarini/dpa | Federico Gambarini

Auch BVB-Neuzugang Gadou nominiert

Etwas überraschend kommt die Nominierung von Joane Gadou, den der BVB in diesem Sommer für über 20 Millionen Euro von RB Salzburg verpflichtet hat. Dass es der 19-Jährige unter die besten 100 Jungprofis des Kontinents geschafft hat, bestätigt die Dortmunder Verantwortlichen in ihren Bemühungen um den französischen Juniorennationalspieler. Gadou erreicht einen Golden Boy Index von 46,4, womit er knapp hinter Inácio auf Platz 76 liegt.

Ole Book (l.) und Lars Ricken präsentieren Joane Gadou beim BVB.
Ole Book (l.) und Lars Ricken präsentieren Joane Gadou beim BVB.© BVB | BVB

So erfreulich die Nominierungen von Inacio, Reggiani und Gadou auch sind: Echte Chancen auf einen Gewinn des Golden Boy Awards hat das BVB-Trio nicht. Superstar Lamine Yamal (Index 82,4, Platz 1) oder Leipzig-Rakete Yan Diomandé (71,5, Platz 4) werden ungleich höhere Chancen bescheinigt.

Das zeigt die neue Realität bei Borussia Dortmund: Derzeit spielen nicht die absoluten Ausnahmetalente beim Bundesliga-Vizemeister – Talente wie WM-Star Jude Bellingham (23), der 2023 die Trophäe nach Dortmund holen konnte. Apropos Bellingham: Für den jüngeren Bruder Jobe (20), der seit einem Jahr in Schwarz-Gelb spielt und seitdem schon 49 Mal für den BVB im Einsatz war, reichte es nicht für einen Platz auf der 100er-Liste.