Zusammenfassung
- Niklas Süle beendet im Sommer mit 30 Jahren seine Fußballkarriere bei Borussia Dortmund.
- Verletzungen und der Wunsch, mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen, haben zu diesem Schritt geführt.
- Emotional blickt er auf seine Zeit beim BVB und den engen Kontakt zu den Fans zurück.
Niklas Süle war wohl nie ein stromlinienförmiger Fußballprofi – kein Wunder, dass der Ex-Nationalspieler in Diensten von Borussia Dortmund seine Karriere deshalb auch auf ungewöhnliche Weise beendet. Der Verteidiger wird die Fußballschuhe an den Nagelhängen, wenn Ende Juni sein Vertrag beim BVB ausläuft: Schluss mit 30. „Ich möchte bekanntgeben, dass ich meine Karriere im Sommer beenden werde“, sagte Süle im Podcast Spielmacher. Den Gedanken, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen, hatte Süle bereits länger. Der endgültige Entschluss fiel nach dem Spiel in Hoffenheim, in dem er sich am Knie verletzte.
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Vor seinem letzten Heimspiel am Freitagabend gegen Eintracht Frankfurt erklärte Süle: „Ich glaube, es wird emotionaler als ich gerade denke. Meine ganze Familie wird da sein. Im allercoolsten Fall kriege ich noch einmal zehn Sekunden oder eine Minute, und wenn der Niko möchte, fünf. Das kriege ich hin. Hauptsache ich komme noch einmal rein, mache mein 300. Bundesliga-Spiel in so einem Rahmen vor 80.000 Zuschauern mit all meinen Liebsten aus der Familie. Das wäre schön.“
Niklas Süle: fünf Deutsche Meisterschaften und zwei Pokalsiege
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Mitte April hatte sich Süle beim 1:2 gegen die TSG Hoffenheim unmittelbar vor der Halbzeitpause am Knie verletzt. Immerhin bewahrheiteten sich nicht die Befürchtungen eines Kreuzbandrisses, dafür aber zerbrachen die Vorstellungen, die Laufbahn bei einem anderen Klub fortzusetzen. „Was ich empfunden habe, als unser Doc in der Kabine in Hoffenheim den Schubladentest gemacht hat (ein Test, um einen möglichen Kreuzbandriss festzustellen, Anm. d. Red.), den Physio anschaute und den Kopf schüttelte, der Physio es ebenfalls gemacht hat und auch keinen Anschlag gemerkt hat, da bin ich in die Dusche und habe zehn Minuten geweint. In der Situation dachte ich wirklich: Das ist gerissen“, blickt Süle im Podcast auf den 30. Spieltag zurück.

„Als ich am nächsten Tag ins MRT gekommen bin und die gute Nachricht erhalten habe (dass es doch kein Kreuzbandriss ist), war für mich zu tausend Prozent klar, dass es vorbei ist. Ich konnte mir nichts Schlimmeres vorstellen, als mich eigentlich auf die Zeit danach zu freuen – unabhängig zu sein, in den Urlaub zu gehen, Zeit mit meinen Kindern zu verbringen – dann aber meinen dritten Kreuzbandriss verarbeiten zu müssen.“ Bereits in der Saison 2014/15 hatte er in Diensten der TSG Hoffenheim eine solche Verletzung erlitten, ebenso wie 2019/20 als Spieler des FC Bayern.

Süle über BVB: „Ich werde die Zeit sehr vermissen“
Süle wechselte im Sommer 2022 von Bayern München nach fünf Deutschen Meisterschaften und zwei DFB-Pokalsiegen zum BVB. Für die Schwarzgelben bestritt der Innenverteidiger 109 Spiele (3 Tore). Vor allem die erste Saison bei Borussia Dortmund sei prägend gewesen. „Was ich in meinem ersten Jahr erlebt habe, als wir fast Meister wurden – der Abend im Hotel, der Weg zum Stadion. Was ich da gefühlt habe, so habe ich höchstens noch vor meinem ersten Profispiel empfunden – von der Nervosität, von der Aufregung. Das war einer der krassesten Momente, vor dem Mainz-Spiel, den ich überhaupt hatte. Ich weiß nicht, ob ich jemals in meinem Leben wieder dahin komme, dass ich so fühle – mit diesem Adrenalin.“

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In Süles erster Saison verpasste der BVB knapp den Gewinn der Deutschen Meisterschaft. In seiner zweiten Spielzeit erreichte er mit der Mannschaft das Champions-League-Finale. „Wenn ich auf die vier Jahre in Dortmund zurückblicke, dann waren viele Momente dabei, die mir Spaß gemacht haben. Das Kabinengelaber, das Stadion – wir reden hier von 80.000. Ich wurde von den Fans immer offen empfangen. Die Zeit werde ich sehr vermissen. Wie ich mich hier wohlgefühlt habe. Ich habe am ersten Tag gemerkt, wie die Menschen in Dortmund sind: offen, herzlich, ehrlich. Damit habe ich mich mega verbunden gefühlt. Meine Kinder gehen hier in die Kita. Es fällt uns schon schwer, hier wegzugehen.“ Der 49-malige A-Nationalspieler absolvierte bisher 299 Bundesliga-Spiele.






