Der knappe 1:0-Erfolg bei der DJK Wacker Mecklenbeck am vergangenen Sonntag hatte die Hoffnungen auf die Meisterschaft bei den Fußballerinnen von Borussia Dortmund aufrechterhalten: Nach dem zuvor durch ein 1:1 gegen Arminia Bielefeld in der Vorwoche verspielten Vorteil im Titelrennen, war man durch den Sieg in Münster wieder bis auf zwei Zähler an Spitzenreiter Köln herangerückt. Abgesehen von den drei Punkten auch ein Erfolg, der laut Linksverteidigerin Ann-Sophie Vogel „vor allem für den Kopf extrem wichtig war“ – was sich beim 3:1 über den SSV Rhade an diesem Sonntag auch deutlich zeigte.

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BVB mit frühem Doppelschlag, aber nur ein Treffer zählt

Gegen den Tabellenzwölften spielten die BVB-Frauen von Beginn an befreit auf, ließen den Ball selbstbewusst in den eigenen Reihen laufen und kombinierten sich immer wieder sehenswert ins letzte Drittel. Und so brandete bereits nach acht Minuten erstmals Jubel auf den Rängen des altehrwürdigen Stadions Rote Erde auf, als Frederike Kempe die Dortmunderinnen vermeintlich in Front schoss: Einen Freistoß von der rechten Seite faustete SSV-Keeperin Sabine Reinhold genau vor die Füße von Yasu Wöhrn, die den Ball zurück in den Fünfmeterraum chipte, wo Kempe das Leder mit der Hacke ins Tor lenkte – dabei nach Ansicht des Linienrichters aber im Abseits stand.

Der aus dieser Situation resultierende Freistoß für Rhade mündete dann aber im wirklichen schwarz-gelben Führungstreffer: Reinhold bekam bei der Ausführung nicht genug Druck hinter den Ball, sodass dieser nur bis zu ihrer Innenverteidigerin kam, die das unverhoffte Zuspiel nicht kontrollieren konnte. Annika Enderle spritzte dazwischen, umkurvte am rechten Strafraumeck die herausgeeilte Torhüterin und legte quer auf Noreen Günnewig, die den Ball unbedrängt annahm und aus elf Metern platziert ins linke untere Eck einschob (9. Minute).

Brachte den BVB in Führung: Noreen Günnewig.
Brachte den BVB in Führung: Noreen Günnewig. © BVB | Felix Kurschilgen

In der Folge blieb der BVB zwar klar tonangebend, es entwickelte sich aber das, von Trainer Markus Högner im Vorfeld erwartete, Geduldsspiel. Der SSV stand mit Ausnahme der einzigen aufgebotenen Stürmerin, Demi Ehler, tief in der eigenen Hälfte, machte die Räume eng und ließ die Dortmunderinnen kaum noch in den Sechzehner. Schumacher, die beim 7:0-Hinspielerfolg zwei sehenswerte Treffer erzielt hatte, versuchte ihr Glück zweimal (15. und 34.) aus der Distanz, scheiterte aber jeweils an Reinhold, sodass es mit der knappen Ein-Tore-Führung in die Pause ging.

Unübersichtliche Situation: Elfmeter bringt Rhade gegen BVB ins Spiel

Kurz nach Wiederanpfiff dann der Schock: Nach einem langen Ball der Gäste prallten BVB-Schlussfrau Laura van der Laan und Rhades Ehler im Strafraum zusammen und mussten länger behandelt werden. Schiedsrichterin Lilly Berndsten hatte zunächst Freistoß für Dortmund angezeigt, tauschte sich dann aber nochmal mit ihrem Assistenten aus. Als beide Akteurinnen wieder auf den Beinen waren, zeigte sie dann zur großen Überraschung vieler der 1425 Zuschauerinnen und Zuschauer auf den Punkt – Elfmeter für den SSV. Begleitet von lautstarken Buhrufen lief Anna Söbbing an und schloss flach ins linke untere Eck ab. Van der Laan hatte die Ecke zwar geahnt, konnte den platzierten Schuss allerdings nicht parieren (57.).

Im Stadion brodelte es nach dem schmeichelhaften Ausgleich, die Dortmunderinnen wussten diese Energie aber zu nutzen: Einen Schumacher-Eckball von der rechten Seite beförderte Kempe vom kurzen Fünfereck gekonnt per Kopf ins lange Eck (59.) – und brüllte anschließend alle Freude und Erleichterung heraus, ehe sie von ihren Teamkolleginnen in einer Jubeltraube begraben wurde. Aber die Partie blieb weiter offen. Die schwarz-gelben Nerven lagen blank, Högner und sein Assistent diskutierten immer wieder mit der Unparteiischen und auch die Fans äußerten ihre Unzufriedenheit – bis zur 76. Minute. Da erzielte die eingewechselte Ronja Leubner nach Flanke von Enderle von der rechten Seite per Kopf das erlösende 3:1.