Es war 16.09 Uhr, als Niklas Süle in Sinsheim einen schmerzhaften Abgang hinlegte. Zu hoffen bleibt, dass es nicht sein letzter im Trikot von Borussia Dortmund war. In der 38. Minute war der Innenverteidiger mit dem linken Knie weggeknickt, plumpste unkontrolliert zu Boden und bekam dabei auch noch den Ball an den Arm. Mit gesenktem Kopf und begleitet von der medizinischen Abteilung humpelte der gezeichnete 30-Jährige vom Platz. Während Schiedsrichter Daniel Siebert im Hintergrund live verkündete, nach Ansicht der Video-Bilder auf Strafstoß zu entscheiden.
Auswechselspieler Salih Özcan versuchte, dem Abwehrspieler Mut zuzusprechen, und Ersatztorwart Alexander Meyer erkundigte sich nach seinem Zustand. Doch Süle wollte nur eines: schnell in die Kabine. Die Last-Minute-Pleite bei der TSG Hoffenheim, zweimal traf Andrej Kramaric per Elfmeter, könnte sein trauriger und stiller Abschied im schwarz-gelben Trikot gewesen sein. Schließlich ist längst bekannt, dass sein hochdotierter Vertrag nach vier größtenteils enttäuschenden Jahren im Sommer endet. Und es bleibt eine Szene, die leider gut zusammenfasst, wie die Zeit beim BVB lief: Tragisch.
BVB kann Hoffenheims Risiko nicht bestrafen
Kramaric verwandelte am 30. Spieltag der Bundesliga in der 42. Minute den ersten, fälligen Strafstoß eiskalt in der rechten Ecke und ließ Torwart Gregor Kobel keine Chance. Der eingewechselte Serhou Guirassy glich für den BVB in der 87. Minute zum 1:1 aus. In der Nachspielzeit gab es erneut Handelfmeter nach VAR-Einsatz, den der Kroate zum 2:1-Endstand verwandelte. Und Hoffenheim wertvolle drei Punkte im Rennen um die Champions-League-Qualifikation sicherte.
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Der BVB-Auftritt reihte sich dagegen in die spielerisch schwachen Darbietungen seit der Länderspielpause ein. Gleichzeitig hat er noch eine bedeutende Nebenwirkung: Der FC Bayern München kann mit einem Sieg am Sonntag die deutsche Meisterschaft endgültig perfekt machen.
Es besteht schon der Verdacht auf eine schwere Verletzung.
Lars Ricken, , Sport-Geschäftsführer des BVB
Die Gäste aus Dortmund waren ohne Karim Adeyemi angereist, der Stürmer ist wegen muskulärer Probleme im Pott geblieben. Zudem war Serhou Guirassy am Dienstag beim Training von Nico Schlotterbeck umgegrätscht worden. Der Guineer saß allerdings aus sportlichen Gründen nur auf der Bank. Außerdem stand jener Süle überraschend für Ramy Bensebaini in der Startelf. Erstmals seit zwei Monaten und musste nach 40 Minuten vom Feld.
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Die Führung für die Hoffenheimer war zum Zeitpunkt seiner bitteren Verletzung alles andere als unverdient. Fisnik Asllani, der bekanntlich auf der berüchtigten Transfer-Einkaufsliste des BVB steht, sorgte schon in den ersten Sekunden für eine Schrecksekunde, als er plötzlich allein vor dem Tor auftauchte. In der sechsten Minute traf Tim Lemperle per Direktabnahme die Latte, Kobel im BVB-Tor war bereits geschlagen.
Süles Zukunft jetzt ungewisser denn je
Die Hoffenheimer, zuletzt mit nur einem Sieg aus den vergangenen sieben Spielen klar auf dem absteigenden Ast, wagten ein riskantes Spiel und ließen hinter ihrer Abwehrkette große Lücken offen. Doch die Kovac-Elf wusste diese Gelegenheiten zu selten zu nutzen: Vielversprechende Konter über Carney Chukwuemeka, Fabio Silva und Beier wurden teils haarsträubend schlampig ausgespielt. Nach knapp einer Stunde reagierte der Trainer schließlich und brachte Guirassy. Der zog aus 16 Metern im Stile eines Spitzenstürmers zum späten Ausgleich ab. In der Nachspielzeit gab es den K.o. Was zudem bleibt, ist das Bangen um Süle.
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Süle blieb nach Informationen dieser Redaktion in der Kabine, konnte zumindest auftreten und wird am Sonntag ausgiebig untersucht. Der BVB konnte während des Spiels weder eine schlimme Verletzung ausschließen, noch bestätigen. Bis zu 14 Millionen Euro soll der Ex-Bayern-Star pro Jahr in Dortmund verdient haben, doch konnte mit Leader-Leistungen nicht überzeugen. Stattdessen hatten ihn immer wieder Diskussionen um Fitness und Verletzungen begleitet. In Sinsheim kulminierte all diese Tragik schließlich in einem einzigen Moment. Wie und vielleicht sogar ob es im Sommer mit seiner Karriere weitergeht, ist weiterhin offen.





