Die Vertragsverlängerung von Nico Schlotterbeck hatte hohe Wellen geschlagen, sogar Pfiffe der eigenen Fans musste sich der Innenverteidiger von Borussia Dortmund am Wochenende beim Heimspiel gegen Bayer Leverkusen (0:1) anhören. Zuspruch erhält Schlotterbeck nun von Hans-Joachim Watzke. Und der frühere Geschäftsführer und aktuelle BVB-Präsident bestätigte erstmals, dass eine Ausstiegsklausel im Arbeitspapier verankert ist, wenn auch indirekt.
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„Ich sage: Es ist ein guter Kompromiss“, betonte Watzke im Interview mit den Ruhr Nachrichten. „Für uns geht es immer darum, als Borussia Dortmund erstmal die Transferwerte zu sichern und dann natürlich auch irgendwann ein bisschen Planungssicherheit zu haben.“ Zwar habe der BVB Ausstiegsklauseln „vor zwölf, dreizehn Jahren mal ausgeschlossen. Aber mittlerweile ist das State of the art“, sagte Watzke. „In dieser Thematik müssen wir uns nichts vormachen“, fügte er hinzu. „Das macht Bayern München genau so wie Paris oder wer auch immer. Das gibt es heute kaum noch anders.“ Die Transfersummen seien „so gewaltig groß geworden, dass du dir keine großen Fehler mehr leisten kannst – und auch nicht, einen solchen Spieler ablösefrei gehen zu lassen“.

Der Nationalspieler Schlotterbeck (26) hatte seinen BVB-Vertrag am Freitag bis 2031 nach längeren Verhandlungen verlängert. Er könnte aber schon im WM-Sommer zu bestimmten europäischen Topklubs wechseln. Kritisiert wurde der Nationalspieler dafür vom früheren BVB-Profi Jürgen Kohler. „Ganz ehrlich: Eine Ausstiegsklausel ist für mich kein klares Bekenntnis. Das ist keine echte Liebe.“ Lange Zeit waren Ausstiegsklauseln in Dortmund verpönt. „Du verlängerst – aber planst gleichzeitig schon den nächsten Schritt. Das ist kein Zeichen von Stärke“, betonte Kohler bei Sport1 und erklärte: „Du hast jetzt einen Topspieler – aber mit eingebauter Exit-Strategie. In solchen Konstellationen gibt es oft keinen echten Gewinner.“
Pfiffe der eigenen Fans: BVB-Präsident Watzke nimmt Schlotterbeck in Schutz
Watzke widersprach: „Wieso sollte Nico nicht in zwei oder drei Jahren auch noch für Borussia Dortmund spielen? Das ist doch nicht ausgeschlossen. Nico hat sich doch nicht gegen Borussia Dortmund entschieden. Er hat die Belange von Borussia Dortmund und unsere Bedürfnisse schon auch sehr stark berücksichtigt.“ Der 66-Jährige deutete zudem an, dass die Klausel nicht bis zum Ende der Transferfrist gezogen werden kann. „Das Ende der Transferfrist ist der 31. August. Gehen Sie mal davon aus, dass wir unsere Transferplanungen in diesem Sommer früher abgewickelt haben wollen.“
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Den Spieler selbst nahm Watzke in Schutz. Schlotterbeck habe sich in der Phase der Vertragsgespräche immer sehr korrekt verhalten, betonte Watzke. „Wir können und wollen den Leuten nicht verbieten zu pfeifen. Aber wir dürfen ihnen, glaube ich, schon sagen, dass wir Pfiffe gegen einen unserer Spieler als nicht gerechtfertigt empfinden.“






