Sie hatten in dieser mehr Freizeit, als ihnen lieb gewesen sein wird: Die Bundesligaprofis von Borussia Dortmund konnten sich in Ruhe auf das anstehende Heimspiel gegen den FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) vorbereiten. Der Doppelbelastung aus Champions League und Meisterschaft sind die Schwarz-Gelben mit ihrem Ausscheiden in der Königsklasse aus dem Weg gegangen. Besonders bitter, wenn man auf die Ergebnisse der Achtelfinal-Hinspiele schaute.
Wie es um das BVB-Personal bestellt ist (Mane, Can fallen aus, Brandt wackelt) und wie er den „Egal-Modus“ bei seinen Spielern vermeiden will, verriet Trainer Niko Kovac auf der Pressekonferenz der Dortmunder.
Zum Schluss gab es erneut eine Nachfrage zur offenen Zukunft von Nico Schlotterbeck und der Trainer reagierte darauf mit einem auffälligen Schlusssatz: „Der Trainer hat nichts damit zutun. Es geht um den Klub und der steht über allem. Wenn der Klub die Entscheidung bekommt, bekommt der Trainer sie zwangsläufig auch. Wir arbeiten dran beziehungsweise man ist im Austausch. Wir haben noch genug Zeit. Ob das heute, morgen oder übermorgen passiert, ist egal. Es sollte nur vor dem kommenden Transferfenster sein“, begann er und grinste.
Und dann fügte Kovac an: „Man sollte es natürlich bestenfalls viel früher wissen, damit man reagieren kann, falls die Entscheidung anders ausfällt. Wovon wir nicht ausgehen.“ Erneut grinste der Coach.Geht der BVB etwa davon aus, dass Schlotterbeck nach Felix Nmecha seine Zusage für eine Verlängerung über 2027 hinaus geben wird? Stand Donnerstagmittag – so hört diese Redaktion – gebe es allerdings nichts Neues im Poker. Die Entscheidung steht also weiter aus, trotzdem eine sehr interessante Andeutung des Trainers, die weiter Optimismus versprüht, dass der Abwehr-Star über den Sommer hinaus das BVB-Trikot tragen könnte.
Die anstehenden Wochen in der Bundesliga könnten für die Mannschaft zu einem Charaktertest werden: Die verbleibenden neun Bundesliga-Spiele bis Saisonende werden zur „Charakterfrage“, wie es BVB-Boss Lars Ricken nannte. Mit derzeit 55 Punkten steht Borussia Dortmund ja einsam und verlassen auf dem zweiten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga. Elf Punkte Rückstand sind es auf den FC Bayern München, hinter dem Pott-Klub folgen mit deutlichem Abstand im Rückspiegel die TSG Hoffenheim (49 Punkte), der VfB Stuttgart und RB Leipzig (je 47 Punkte). Das übergeordnete Ziel, die Champions-League-Qualifikation, ist bereits zum Greifen nah.
Unter der Woche gab es noch ein erfreuliches Thema für den BVB: Felix Nmecha verlängerte seinen Vertrag vorzeitig. Bisher lief der Kontrakt mit dem Mittelfeldstrategen bis 2028, nun hat er sich bis 2030 an den Bundesligisten gebunden. Zuletzt war das Interesse an dem 25-Jährigen nach seiner fulminanten Entwicklung gestiegen, insbesondere englische Klubs hatten ihr Interesse bekundet. Schon nach dem 2:1-Auswärtssieg beim 1. FC Köln sagte Nmecha: „Ich fühle mich wohl. Ich spiele viel, ich spiele auch ziemlich gut, glaube ich. Also bin ich einfach komplett hier gerade. Ich bin Sebastian Kehl sehr dankbar, dass er mich damals hierhin geholt hat.“
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