Es war einer dieser Abende, an dem ein Trainer nur noch hilflos auf der Bank sitzt, maximal noch gefrustet das Gesicht in den Händen vergräbt, aber sonst weitestgehend regungslos das Treiben auf dem Rasen verfolgt. Beim 0:6 gegen RB Leipzig am 6. Dezember war Dino Toppmöller in genau diesem Gemütszustand völliger Resignation. Der Trainer von Eintracht Frankfurt sah einen der, vielleicht sogar den schwächsten Auftritt in seiner Amtszeit als SGE-Coach – und nicht einmal den ersten Frankfurter Totalausfall dieser Spielzeit.
Dass man sich zumindest noch mit 25 Zählern auf Bundesliga-Platz sieben in die Winterpause retten konnte, war den Ergebnissen gegen Augsburg (1:0) und den HSV (1:1) zu verdanken. Trotzdem: Die Hessen haben etwas gutzumachen im neuen Fußballjahr, das am diesem Freitag mit einem Heimspiel-Kracher gegen den Tabellenzweiten Borussia Dortmund beginnt (20.30 Uhr/Sky und Sat.1).

BVB-Gegner Frankfurt krempelt die Offensive um
Die Frankfurter Ambitionen drücken sich, weil schließlich noch die sportliche Standortbestimmung fehlt, derzeit vor allem in den Transferaktivitäten aus. Sportvorstand Markus Krösche und sein Team arbeiten unter Hochdruck an einer umfassenden Kaderkorrektur. Insbesondere in der Offensive besteht nach den Verletzungen von Jonathan Burkardt (25, Wade) und Ex-BVB-Leihspieler Michy Batshuayi (32, Fuß) Handlungsbedarf.
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25-Millionen-Flop Elye Wahi, der wohl größte Fehlgriff des sonst so erfolgreich arbeitenden Krösche, wurde an OGC Nizza verliehen. Im Gegenzug hat man bereits doppelt nachgebessert: Erst kam Zweitliga-Senkrechtstarter Younes Ebnoutalib (22) für 8 Millionen Euro von der SV Elversberg, dann Arnaud Kalimuendo (23, Nottingham Forest) per Leihe. Im Sommer kann Wahis französischer Landsmann dank einer Kaufoption für 27 Millionen Euro festverpflichtet werden. Und sollten im jeweiligen Fall die Konditionen stimmen, könnte mit William Osula (22, Newcastle United), George Ilenikhena (19, AS Monaco) oder Sidiki Chérif (19, SCO Angers) sogar noch ein dritter Angreifer zum SGE-Kader stoßen.

Vorsicht vor Eintracht Frankfurt
Auch auf dem Talente-Markt sorgte die Eintracht (mal wieder) für Furore: Aus Schweden wechselten der japanische Linksverteidigers Keita Kosugi (19, kam für 6,5 Millionen Euro von Djurgardens IF) und Spielmacher-Juwel Love Arrhov (17, für 4,6 Millionen Euro von Brommapojkarna) nach Frankfurt. Spannend ist auch Ayoube Amaimouni-Echghouyab (21, 200.000 Euro), der in der 3. Liga für die U23 der TSG Hoffenheim groß aufspielte.

Hier geschäftiges Treiben, dort entspannte Untätigkeit: Im Gegensatz zur SGE will der BVB diesmal eine ruhige Winter-Transferperiode fahren, plant derzeit keine Zugänge. Das muss sich nicht rächen. Aber: Vorsicht vor Eintracht Frankfurt. Dass sich die Hessen im Kreise der Champions-League-Aspiranten halten wollen, machen die Verstärkungen deutlich. Und dass Toppmöllers Mannschaft heute ein anderes Gesicht zeigen wird wie Anfang Dezember in Leipzig, davon ist ohnehin auszugehen.





