Es war die Szene des Spiels: Jobe Bellingham sah in der 53. Minute die Rote Karte und musste seinen Einsatz im Auswärtsspiel gegen den SC Freiburg frühzeitig beenden. Mit gesenktem Kopf ging der BVB-Spieler vom Feld. Ihm wird bewusst gewesen sein, dass die 1:0-Führung, die sich Borussia Dortmund mit in die Halbzeit genommen hatte, damit in Gefahr war. Am Ende stand, nach einem Traumtor von Lucas Höler, ein 1:1-Remis auf der Anzeigetafel.

Nicht unbeteiligt an der Szene, die für den verfrühten Abschied Bellingshams sorgte, war BVB-Keeper Gregor Kobel. Sein Pass geriet zu kurz. „Das war sicher ein Missverständnis“, sagte der Schweizer Nationaltorwart nach der Partie im DAZN-Interview und ergänzte: „Wenn man etwas vorher guckt, hatte ich das Gefühl, dass er sehr viel Platz hat, dass es klappt. Da muss ich ihm einen besseren Pass spielen, dass er dieses Foul nicht macht. Ich nehme das auf mich.“

Kapitän Emre Can: „Passiert“

Die Enttäuschung war dem 28-Jährigem anzusehen: „Wir sind auf jeden Fall enttäuscht. Wenn die Rote Karte nicht passiert, sieht das Spiel auch anders aus.“ Bis dahin hätte der BVB die Partie unter Kontrolle gehabt, war dominant. Kapitän Emre Can kommentierte die Fehler seiner Mitspieler kurz und knapp: „Passiert.“

Unter der Woche hatten Äußerungen von Nico Schlotterbeck nach dem 2:2-Unentschieden im Champions-League-Heimspiel gegen Bodö/Glimt für Aufsehen gesorgt. Der Co-Kapitän kritisierte den Auftritt seiner Mannschaft deutlich. Torwart Kobel verwies auf die anstrengende Phase, in welcher sich der BVB aktuell befinde: auf einen Sommer mit der Klub-WM in den USA folgten Länderspiele mit den Nationalmannschaften und zuletzt viele englische Wochen. „Gerade in solchen Phase ist es wichtig, dass man die Energie hochhält und die Spiele sauber zu Ende bringt. Wir haben uns da ein bisschen schwergetan. Wo wir schauen müssen, dass wir das noch konzentrierter spielen können.“