„Wann ihr spielt, entscheiden wir – Pro Samstag um halb vier“: Mit dieser unmissverständlichen Botschaft machten die Dortmunder Fans am Freitagabend in Augsburg ihrem Ärger Luft. Auf großen Bannern prangten die Worte im Gästeblock, die als abermals deutliche Kritik an der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu verstehen waren.

In den ersten Minuten der Bundesliga-Partie zwischen dem FC Augsburg und Borussia Dortmund ließen die mitgereisten BVB-Anhänger ihren Worten Taten folgen: Zwei Mal flogen Tennisbälle auf den Rasen, um den Protest gegen die unliebsame Anstoßzeit zu untermauern. Die Unterbrechungen dauerten allerdings nur wenige Sekunden, doch die Botschaft kam an – lautstark begleitet von Schmährufen wie „Scheiß DFL“.

Augsburg-Fans mit Choreographie gegen BVB

Der Hintergrund des Protests ist ein Dauerbrenner im deutschen Fußball: Viele Anhänger, insbesondere aus den aktiven Fanszenen, empfinden den traditionellen Samstag um 15:30 Uhr als „wahre Fußballzeit“. Spiele am Freitag oder Sonntag – eingeführt vor allem aus Vermarktungsgründen – stoßen vielerorts auf Ablehnung. Für Dortmunder war die Zeit an diesem Freitagabend auch aus dem Grund ein Dorn im Auge, weil sie bei der weiten Anreise in den Süden mindestens einen freien (Arbeits-)tag bzw. Urlaub bedeutete.

Sportlich steht bei dem Spiel beim FCA vor allem Sandro Wagner im Fokus. Der ehemalige Co-Trainer der Nationalmannschat steht nach dem schwachen Saisonstart in der Kritik, verlor in der Liga zuletzt 0:6 gegen RB Leipzig und schied im Pokal unter der Woche gegen den Zweitligisten VfL Bochum (0:1) aus. Der Proteste der Fanlager dauerte knapp sieben Minuten, seitdem wird lautstark angefeuert.

Die Augsburger Fans derweil fielen vor dem Spiel durch eine große Choreographie auf. Sie gedachten dabei zwei verstorbenen Fans. Max & Dani wurden mit den Worten „Ultras forever Euer Platz in der Kurve Euer Platz für die Ewigkeit“ verabschiedet.