Einfach hat es der BVB keineswegs, sich auf die zweite Runde des DFB-Pokals vorzubereiten. Als wäre es nicht genug, dass gerade einmal drei Tage nach dem dramatischen Last-Minute-Sieg gegen Köln Zeit sind, um den Schalter umzulegen: So wirklich kann Borussia Dortmund nicht erahnen, was vom kommenden Gegner zu erwarten ist. Denn mit Eintracht Frankfurt wartet am Dienstagabend (18.30 Uhr/ZDF) die Mannschaft der Extreme auf das Team von Trainer Niko Kovac.
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Zum Start der Saison hätten einige den Frankfurtern womöglich zugetraut, das neue Dortmund zu sein – der neue Bayern-Jäger Nummer eins. Was nach den ersten zwei Spielen für die Eintracht noch gut aussah, rückte in den vergangenen Wochen in weite Ferne. Vor dem kleinen Befreiungsschlag beim 2:0 über St. Pauli am Samstag war sie vier wettbewerbsübergreifend vier Spiele ohne Sieg und kassierte in den vergangenen sechs Spielen 23 Gegentore.
Viele Torwart-Patzer: Zetterer rückt für Talent Kaua Santos zurück in den Kasten
Auch wenn darunter zwei deftige 1:5-Pleiten in der Champions League gegen Liverpool und Atletico Madrid maßgeblich ihren Anteil daran hatten, macht es die SGE-Defensive auch in der Bundesliga nicht unbedingt besser. 18 Gegentore fing sie sich in den ersten acht Spieltagen. Gegen die offensivschwachen Teams Mönchengladbach und Union Berlin waren es jeweils vier. Nur der FC Augsburg kassierte über die gesamte Spielzeit mehr Treffer (20).

Zur tragischen Figur wurde dabei mehr als nur einmal Torwart-Hoffnung Kaua Santos. Nachdem der Brasilianer nach Kreuzbandriss zurückkehrte, rutschte der erfahrene Schlussmann Michael Zetterer ins zweite Glied, doch in fünf Spielen musste der Youngster gleich 18 Mal hinter sich greifen. Zwar traf den 22-Jährigen trotz einiger Patzer nicht die alleinige Schuld an der Gegentorflut, doch der hochveranlagte Keeper schaffte es nicht, hinter der wackligen Defensive Ruhe auszustrahlen. Zetterer rückte wieder in den Kasten und blieb gegen Pauli mit weißer Weste.
Uzun und Burkardt: BVB muss vor Frankfurter Offensiv-Duo gewarnt sein
Ihre eigenen Defensivprobleme kaschiert die Eintracht zumindest teilweise mit ihrer starken Offensive. Allen voran Can Uzun und Jonathan Burkardt machen aktuell den Unterschied. Das Duo gehört zu den gefährlichsten der Bundesliga: Uzun steht mit seinen Torbeteiligungen auf Platz zwei der Scorerliste, Burkhardt liegt bei den Torschützen ebenso weit vorn. Würde es Harry Kane nicht geben, würden beide diese Statistiken anführen.
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Uzun lenkt das Frankfurter Offensivspiel mit feinem Gespür für Räume, technischer Präzision und einer Reife, die seinem Alter weit voraus ist. Ob über Standards, Dribblings oder Steckpässe – der 19-Jährige ist Dreh- und Angelpunkt im Frankfurter Angriff. Neben ihm hat Burkardt nach langer Verletzungspause wieder zu seiner alten Durchschlagskraft gefunden. Der Mittelstürmer arbeitet viel für die Mannschaft, bewegt sich clever zwischen den Linien und bleibt vor dem Tor effizient.
Positive Pokal-Bilanz gegen Frankfurt: Letzter SGE-Sieg vor 46 Jahren
Für den BVB bedeutet das: Die Defensive muss stabil stehen und gewappnet sein für schnelle Umschaltmomente. Gegen den 1. FC Köln zeigte sich, dass Ballverluste im Mittelfeld bei Unterschiedsspielern wie Said El Mala sofort zu gefährlichen Situationen führen können. Auch der technisch starke Japaner Ritsu Doan könnte für solche Momente sorgen und hat mit Rechtsverteidiger Rasmus Kristensen wieder seinen kongenialen Partner an seiner Seite. „Sie haben sich schnell in der Vorbereitung gefunden. Beide sind technisch gute Spieler, beide sind spielschlau und können auf Situationen reagieren“, lobte SGE-Coach Dino Toppmöller.
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Historisch kann der BVB auf eine solide Pokal-Bilanz gegen Frankfurt bauen. Die vergangenen drei der fünf Duelle gingen alle an Dortmund, der letzte Eintracht-Sieg liegt 46 Jahre zurück. Beim jüngsten Aufeinandertreffen im Wettbewerb chippte Pierre-Emerick Aubameyang 2017 im Finale zum vierten Pokalsieg der Schwarz-Gelben. Diesmal müssen es andere regeln.






