Es waren verrückte letzte 20 Minuten zwischen Borussia Dortmund und dem 1. FC Köln. Die Hälfte davon fiel beim Bundesliga-Topspiel am Samstagabend in die Nachspielzeit. Maximilian Beier schoss den BVB beim 1:0-Sieg spät ins Glück – und brachte das Westfalenstadion zur Explosion. Auch wenn der erlösende Treffer lange auf sich warten ließ: Auch vor dem Tor war die Stimmung in der Dortmund Heimstätte eine elektrisierende. Das lag auch an den befreundeten Gästen aus Köln.
+++ Ekstase nach Beier-Tor: Warum sich der BVB gegen Köln so lange schwertat +++
Die Anhänger des BVB hatten sich etwas Besonderes für den FC-Gästeblock einfallen lassen. Ein Banner, das sich mit den Worten „Erhalt des Geißbockheims“ an die Kölner richtete, wurde über den Händen der Südkurve ausgebreitet. Hintergrund ist die Diskussion von Verantwortlichen des Fußballklubs mit Politikern und der Kölner Stadtverwaltung über den Bau zusätzlicher Trainingsplätze. Das Problem: Das Vereinsheim des 1. FC Köln, das Geißbockheim, liegt im besonders geschützten Grüngürtel der Stadt. Deshalb gibt es politischen Widerstand.
Applaus von Kölner Fans: BVB und FC singen gegen Schalke
Die Aktion der Dortmunder Fans löste schallenden Applaus bei den Kölner Gästen aus. Die Fans von Dortmund und Köln pflegen seit längerer Zeit eine gute Beziehung. Auch wenn eine offizielle Fanfreundschaft nie besiegelt wurde, wächst sie seit mehr als einem Jahrzehnt auf der Basis gemeinsamer Erlebnisse.

Nach dem Gruß von der Gelben Wand stimmten beide Seiten gemeinsam Gesänge an – vor allem gegen den größten Feind der Dortmunder Fan-Szene. „Schalalalalala, Scheiße 04“ dröhnte es wiederholt von den Rängen. Dass in einem Stadion zwei Fanlager gegen den FC Schalke 04 singen, kommt in nur wenigen Paarungen vor. Die Partie am Samstagabend war eine davon.
Horror-Verletzung von Kölner Hübers lässt BVB-Stadion verstummen
Und auch am Rande eines unschönen Vorfalls verbündeten sich die Fans beider Teams. Nach einem Zweikampf mit BVB-Stürmer Serhou Guirassy blieb Kölns Timo Hübers lange am Boden liegen. Sofort schlugen seine Teamkollegen die Hände über den Köpfen zusammen. Der Innenverteidiger hatte sich offenbar schwer am Knie verletzt und wurde mithilfe einer Liege unter Tränen vom Rasen getragen.
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Wieder hielten beide Fanlager zusammen, diesmal nicht aus gemeinsamen Hass, sondern aus Mitgefühl zum schwer verletzten Hübers. Nachdem sich auch die Zuschauer vom Schockmoment auf dem Platz erholt hatten, wurden die Gesänge aus den Kurven wieder lauter. Als Maximilian Beier dann noch in der sechsten Minute der Nachspielzeit dem BVB späte drei Punkte schenkte, waren die Schwarz-Gelben erst recht nicht mehr zu halten – unten im Trikot wie oben auf den Rängen.





