An dieser Stelle haben Sie vor zweieinhalb Monaten folgenden Satz lesen können: „Kovac hat zwar nur eine kurze Vorbereitung, aber die Gelegenheit auf einen Angriff ist da – so groß wie lange nicht.“ Halt, halt, halt!
Wer glaubt, es ging dabei um eine Attacke auf die Meisterschaft und den FC Bayern, der vertut sich: Der Kommentar damals forderte, dass Borussia Dortmund nach dem fünften und vierten Platz am Saisonende den zweiten Leuchtturm der Bundesliga zurückerobern muss. Von der Schale war nie die Rede.
Bayern-Kader ist doppelt so viel wert wie der vom BVB
Es ist ehrlicherweise mühselig zu ertragen, dass die BVB-Verantwortlichen mantraartig betonen, der Rekordmeister habe die letzte Saison mit 25 Punkten Vorsprung abgeschlossen und die Champions-League-Qualifikation bliebe das vorrangige Ziel. Nach sechs Bundesliga-Spieltagen und kurz vor dem Gipfel in München lässt sich jedoch feststellen: Das ist purer Realismus.
Etliche Fans wünschen sich mit dem Spiel Bayern gegen Dortmund ein Duell um die Meisterschaft herbei. In Wahrheit handelt es sich um einen Pseudo-Gipfel, den die Bundesliga braucht, um die Spannung hochzuhalten. Ein echtes Duell auf Augenhöhe ist es trotz des guten Saisonstarts des BVB nicht.
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Ein einziger Blick auf die neuesten Marktwerte von transfermarkt.de zeigt die Realität: Dortmund darf stolz sein, dass Karim Adeyemi nun auf 60 Millionen Euro geschätzt wird. Er ist damit der teuerste Dortmunder. Bei Bayern können sie darüber müde schmunzeln, liegen Jamal Musiala und Michael Olise doch jenseits der 100-Millionen-Euro-Marke. Der Münchner Kader (950 Millionen Euro) ist fast doppelt so viel wert wie der des BVB. Das erlaubt sogar folgende Fragestellung: Welcher Spieler der Borussia würde beim FC Bayern wirklich in der Startelf stehen?
Es mag müßig wirken, doch Dortmund muss weiter Mut zeigen und die Super-Bayern (zehn Siege aus zehn Spielen) fordern. Die Kabine ist mental auf Titelkurs, das ist gut so. Denn nur wer wirklich daran glaubt, kann etwas erreichen. Doch die Realität ist unbestechlich: Der BVB hat nur eine Chance, wenn die Bayern schwächeln. Tun sie das nicht, spielen die Münchner in einer eigenen Liga.





