Als Borussia Dortmund das letzte Mal nach einem Spieltag an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga stand, sollten bald darauf viele Fan-Herzen brechen: Mai 2023, bis zum letzten Spieltag der Saison hatte sich der BVB auf dem ersten Platz behaupten können, die Planungen der Meisterfeier waren im vollen Gange, doch dann kam Mainz 05.

An diesem Spieltag hätte es wieder so weit sein können. Hätte. Denn gegen den Tabellendritten RB Leipzig reichte es im Signal Iduna Park trotz Schlussoffensive nur für ein 1:1 (1:1)-Unentschieden.

Die Sachsen reisten mit einer bisher der schwächsten Offensiven der Liga an. Doch die Formkurve zeigte nach der Klatsche zum Saisonstart (0:6 gegen den FC Bayern München) zuletzt deutlich nach oben: Seit vier Partien ist die Mannschaft von Trainer Ole Werner ungeschlagen. Die Borussia spähte, neben der Tabellenführung, auf einen Vereinsrekord: Fünf Zu-Null-Siege in Serie hatte es in der Geschichte der Schwarz-Gelben bisher noch nie gegeben. Schon nach sieben Minuten war klar: Es wird noch dauern, bis die Marke fällt. Kapitän Nico Schlotterbeck, zurück in der Startelf, sah früh die Gelbe Karte: Bei seiner Grätsche gegen Romulo kam der BVB-Innenverteidiger zu spät. Der folgende Standard brachte die frühe Führung für die Gäste. Nationalspieler David Raum führte den Freistoß kurz aus, Nicolas Seiwald flankte den Ball in den Strafraum, Assan Ouedraogo legte für Christoph Baumgartner ab, der an BVB-Keeper Gregor Kobel vorbei ins linke kurze Eck verwandelte - 1:0 für RB (7.).

Yan Couto trifft für den BVB zum Ausgleich

Mit einem kompakten Auftritt ließen die Gäste zu Beginn nur wenig zu. Die Antwort konnte erst Yan Couto geben: Nach Vorarbeit von Maximilian Beier legte Serhou Guirassy am Elfmeterpunkt auf Couto ab. Der Brasilianer vollendete in die rechte Ecke (23.) - 1:1.

Yan Couto bejubelt seinen Treffer zum 1:1-Ausgleich.© Max Ellerbrake /firo Sportphoto | Max Ellerbrake

Abseits verhinderte kurz darauf den erneuten Rückstand: Antonio Nusa mit einem schönen Pass auf Romulo, der Brasilianer brachte den Ball zum zweiten Mal an diesem Tag im Tor unter, aber der Linienrichter hob seine Fahne. Die BVB-Führung vor der Halbzeit verhinderte RB-Kapitän Raum. Der Verteidiger blockte rund sechs Meter vor dem Tor den Schuss von Karim Adeyemi ab.

Es sollten nicht die letzten Torchancen der Partie, aber die letzten Treffer bleiben. Der BVB überstand die Drangphase der Leipziger nach dem Wiederanpfiff unbeschadet, als Romulo (46./48.) und Nusa (47.) die Abwehr der Dortmunder gleich mehrfach testen. Kobel und Schlotterbeck waren zur Stelle.

Kampf um den Ball: BVB-Verteidiger Ramy Bensebaini (am Boden) gegen Leipzigs Assan Ouédraogo.
Kampf um den Ball: BVB-Verteidiger Ramy Bensebaini (am Boden) gegen Leipzigs Assan Ouédraogo.© Bernd Thissen/dpa | Bernd Thissen

Umkämpfte Schlussphase zwischen BVB und RB Leipzig

Begnügen wollte sich keiner der beiden Bayern-Verfolger mit einem Unentschieden. Der BVB brachte mit einem Doppelwechsel (70.), Jobe Bellingham und Julian Brandt kamen für Felix Nmecha und Karim Adeyemi, noch einmal Offensivpower. Schwung brachte auch wenige Sekunden nach seiner Einwechslung Pascal Groß (82.) in die Partie. Über die linke Seite startete der 34-Jährige in die Tiefe, Bellingham rückte mit auf. Dessen Schuss aus der Mitte wurde abgefälscht, die folgende Ecke blieb ohne Ertrag. Fabio Silva bediente in der Schlussphase (89.) noch einmal Julian Brandt per Chipball, Seiwald war dazwischen. Auch beim Abschluss von Guirassy (89.), hatten die Leipziger noch einen Mann dazwischen. Auf der anderen Seite ist BVB-Keeper Kobel in der Nachspielzeit zur Stelle (90.+2.). Am Ende bleibt es im umkämpften Duell der Verfolger beim 1:1-Unentschieden.

Die Tabellenführung holt Borussia Dortmund damit nicht, setzt aber eine Serie fort: Seit saisonübergreifend 14 Partien ist der BVB ungeschlagen.