Mit einem breiten Grinsen stand Nico Schlotterbeck nach der Partie auf dem Feld. Dass er bei seinem Comeback gleich 90 Minuten auf dem Feld stand, das sah man dem BVB-Verteidiger nicht an, sein Lächeln überstrahlte die Erschöpfung. Erst einen Tag vor dem Duell gegen den VfL Wolfsburg am Sonntagabend hatte ihn Borussia-Trainer Niko Kovac gefragt, ob er sich sechs Monate nach seinem Meniskusriss bereit für ein Comeback fühlt.

„Der Trainer hat mich gefragt, ob ich Bock habe. Als Fußballer sagt man da nicht ,Nein‘“, sagte Schlotterbeck im DAZN-Interview. Ob er gleich mit einem Einsatz über die vollen 90 Minuten gerechnet hatte? Nicht unbedingt: „Dass es dann 90 wurden, war schon extrem hart, aber dafür arbeiten wir doch.“ Am Ende setzte sich Borussia Dortmund mit einem 1:0 (1:0) gegen die Wolfsburger durch – auch dank einer guten Leistung der Rückkehrers.

„Witzigerweise probiere ich immer ins Spiel zu kommen über lange Bälle. Die ersten beiden waren gar nicht gut“, gestand Schlotterbeck. Denn schnell war der Abwehrchef zurück bei seiner gewohnten Präzision. Ein Dank dafür geht nach Freiburg: „Als 20-Jähriger hat mir das Christian Streich (Ex-Trainer SC Freiburg) beigebracht, erstmal leichte Bälle zu spielen und die, mit denen man sich wohlfühlt und das habe ich probiert und dann kamen zwei, drei Bälle und dann ist das ein Automatismus.“

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Schlotterbeck wird von den BVB-Fans gefeiert

Schon vor dem Anpfiff skandierte die Südtribüne Schlotterbecks Namen, auch nach dem Abpfiff wurde der 25-Jährige von den Fans gefeiert. Auch für den erfahrenen Fußballer ein besonderer Moment: „Ich habe es mir sechs Monate lang hart erarbeitet. Es ist natürlich wunderschön, wie mich die Fans empfangen haben, da weiß man, dass man viel richtig gemacht hat. Das war eine Ehre, das war das erste Mal in den knapp drei Jahren. Ich bin brutal happy.“

Für Trainer Niko Kovac lobte nicht nur seinen Rückkehrer, sondern auch das Reha-Team der Borussia: „Ich freue mich, dass Schlotti 90 Minuten durchgehalten hat. Für mich ist es wichtig, wenn ein Spieler lange in der Reha-Phase ist, dass er gesund und fit wiederkommt. Kompliment an das Reha-Team, so stelle ich mir das vor, dass ein Langzeitverletzter zurückkommt und gleich 90 Minuten gehen kann.“