Im Umfeld von Borussia Dortmund ist vor allem eine Erinnerung an Marius Wolf geblieben. Am 27. April 2019 sah er gegen den FC Schalke 04 die Rote Karte. Es war der zweite Platzverweis gegen den BVB in dem Spiel, kurz zuvor hatte Kapitän Marco Reus Rot gesehen.
Wohl zum ersten Mal in der Geschichte der Fußball-Bundesliga wurden in einer Partie zwei Spieler vom Platz gestellt, die vorher wegen Fahrens ohne Führerschein zu Strafen verdonnert worden waren. Doch diese kuriose Randnotiz hatte keine Bewandtnis in der Berichterstattung. Denn in diesem Derby verspielte Borussia Dortmund mit einer 2:4-Niederlage die Deutsche Meisterschaft.
Marius Wolf: Ablösefrei zum FC Augsburg
Jetzt kehrt Wolf, inzwischen 29 Jahre alt, an den Ort dieses Geschehens zurück, als Spieler des FC Augsburg. Die Schwaben, Gegner von Borussia Dortmund am Samstag (15.30 Uhr/Sky), verpflichteten den Mittelfeldspieler, dessen Vertrag im Revier im vergangenen Jahr ausgelaufen war, bis 2027. „Ich wurde gut aufgenommen, das geht ja mittlerweile schnell. Ich bin nicht zum ersten Mal in einer neuen Mannschaft. Da weiß man schon, was man machen muss. Die Jungs sind sehr gut drauf und haben es mir erleichtert“, sagte Wolf nach seiner Ankunft in der Fuggerstadt.

Die größte Veränderung für ihn: In Augsburg steht er nicht mehr so massiv im Fokus wie beim Revierklub. Der FCA gehört zu den Gegnern in der Bundesliga, gegen die die großen Klubs ungern spielen. Es ist eine Mannschaft, die nie zu unterschätzen ist, gegen die eine Niederlage aber immer noch peinlich genug ist, um reichlich Spott der Konkurrenz zu ernten.
Wolf ist mit seiner Spielweise ein bedeutender Teil dieses Ensembles. „Sexy allein reicht nicht, man muss auch eklig sein“, hat Wolf einmal der Frankfurter Rundschau gesagt. In der Hessen-Metropole ist der Blondschopf immer noch von Interesse, schließlich holte er mit der Eintracht 2017 den DFB-Pokal.
Marius Wolf: Es geht um etwas anderes als Titel
Um Titel geht es Wolf offenbar nicht: Denn mit dem FC Augsburg dürfte der gebürtige Coburger seine Trophäen-Sammlung nicht massiv ausbauen. Ihm ging es dort offenbar um etwas anderes: Die Schwaben hätten ihm das Gefühl gegeben, dass er wichtig sei. Um dieses Gefühl genießen zu können, habe er andere Angebote ausgeschlagen.
Nun: Wolfs BVB-Laufbahn, die am selben Tag endete wie die von Reus, gab deutlich mehr her als den dramatischen Tag im Frühling 2019. Auch dort war er wichtig, aber eben nicht beständig. Von 2018 bis 2024 spielte er für den achtmaligen Deutschen Meister, mit dem er zweimal im Begriff war, dem neunten Titel zu holen. Zweimal aber vergeigte Borussia Dortmund. Immerhin: Wolf holte mit den Schwarz-Gelben 2021 den DFB-Pokal und 2020 den Supercup.

Wie es scheint, ist das Konzept der Augsburger während der laufenden Saison aufgegangen. Seit acht Spielen ist der FCA in dieser Spielzeit ohne Niederlagen. Bei vier Siegen und vier Unentschieden gab es lediglich drei Gegentore, den einzigen Auswärts-Treffer kassierte die Mannschaft von Jess Thorup bei St. Pauli - und das war ein Eigentor. Wolf und Augsburg sind ein echtes Bollwerk, in diesem Jahr darf der Tabellenelfte sich sogar als beste Defensive der Bundesliga bezeichnen. Weniger als drei Gegentore kassierte in diesem Jahr kein anderer Klub.
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Zuletzt sprach Trainer Thorup gar von „einer der besten Leistungen in dieser Saison“ und würdigte damit das Auftreten seiner Elf gegen den Tabellenfünften SC Freiburg (0:0). Überragend dabei: Finn Dahmen und Marius Wolf. Der hatte vor dem Spiel bei seinem Ex-Klub wieder zurück zu seiner Form gefunden. Gerade noch rechtzeitig, um im Westfalenstadion für ein erinnerungswürdiges Erfolgserlebnis zu sorgen.





