Diesen Geburtstag wird Wolfgang Paul, der als „Stopper“ in Borussia Dortmunds Chronik eingegangen ist, an einem besonderen Ort verbringen. Die Familie hat er zusammengetrommelt, es geht am Samstag ins Westfalenstadion. Sein geliebter BVB trifft auf Werder Bremen, drei Punkte gegen die Krise müssen her. Sie wären ein passendes Geschenk zum 85. Geburtstag. Die Gesundheit aber, sagt seine Ehefrau Almuth am Telefon, stehe ganz oben auf dem Wunschzettel.

Wolfgang Paul hat in seiner Karriere Höhen und Tiefen erlebt. In den 1960er-Jahren, als das Geld den Fußball noch nicht im Griff hatte, war er einer der Stars der gerade gegründeten Bundesliga. 1963 gewann er mit dem BVB die Deutsche Meisterschaft. Zwei Jahre später wurde er DFB-Pokalsieger, da war er schon der Kapitän der Mannschaft. Und 1966 die Krönung: Da schlugen die Schwarz-Gelben sensationell den FC Liverpool im Finale des Europapokals der Pokalsieger. „Was wir geleistet haben, wurde uns bewusst, als wir wieder zu Hause ankamen. Die Straßen waren voll“, hat Wolfgang Paul mal dieser Redaktion erzählt. Alle wollten den Pokal sehen. „Das war unbeschreiblich.“

Inzwischen Ehrenspielführer vom BVB

Die Laufbahn des Abwehrchefs endet früher als geplant. 1968 riss der Meniskus, zwei Jahre später endet die Karriere. Ein Länderspiel hat er nie bestritten, obwohl er für die Weltmeisterschaft 1966 nominiert wurde. Das Wembley-Finale schaut er von der Bank aus, da Einwechslungen nicht erlaubt waren. Wolfgang Paul kehrt in den Job zurück, den er erlernt hat: Bis zum Jahr 2019 betrieb der Sauerländer sein Uhrengeschäft in Bigge.

Wolfgang Paul ist seinem BVB immer treu geblieben. Viele Jahre war er Vorsitzender des Ältestenrates, manchmal fliegt er auch mit zur Europapokal-Spielen. „Einmal Borusse, immer Borusse, sage ich immer“, ist sein Credo. Als der Stopper auf der Mitgliederversammlung im November zum Ehrenspielführer ernannt wird, stehen und applaudieren alle in den Westfalenhallen. Weil die Fans ein feines Gespür dafür haben, wer den Verein aufrichtig liebt. So jemand wie Wolfgang Paul.