Die Szene sorgte für viel Gesprächsstoff beim WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft – und sie rief sogar Karl Lauterbach auf den Plan. „Deutschland war das gesamte Spiel über besser und hat durch einen Schiedsrichterfehler verloren. Das verdient das Team nicht“, schrieb der frühere Gesundheitsminister bei X, nachdem das DFB-Team mit 4:5 nach Elfmeterschießen gegen Paraguay verloren hatte.

Experten zu Schiri-Ärger bei der WM: Deutschland-Tor hätte zählen müssen

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Auslöser seines Beitrages war eine strittige Schiedsrichter-Entscheidung in der Verlängerung. Das vermeintliche 2:1 durch Jonathan Tah war nachträglich aberkannt worden. Nach Videoüberprüfung wertete der marokkanische Unparteiische Jalal Jayed einen Kontakt zwischen DFB-Verteidiger Waldemar Anton und Paraguay-Keeper Orlando Gill in der Entstehung des Treffers als Foulspiel. Zuerst hatte Jayed das Tor gegeben.

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Nach Ansicht der Videobilder revidierte er seine Entscheidung. Dafür erntete er eine Menge Kritik. Nicht nur von Lauterbach, sondern auch von den Protagonisten im US-amerikanischen Foxborough. „Das ist für mich eine Frechheit, dass da überhaupt eingegriffen wird. Für mich ist das ein reguläres Tor“, sagte Anton. Der langjährige Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich meinte in seiner Rolle als Experte bei MagentaTV: „Für mich ist das zu kleinlich. Natürlich gibt es einen Kontakt mit dem Torwart. Aber ich sehe kein Wegstoßen, kein Wegdrücken, kein Festhalten.“ Der VAR habe nicht eingreifen dürfen, da es sich bei der Anerkennung des Treffers um keine klare Fehlentscheidung des Schiedsrichters gehandelt habe.

WM 2026 - Deutschland - Paraguay
Die strittige Szene: Hier hat der Schiedsrichter ein Foul von Deutschland-Verteidiger Waldemar Anton erkannt und daher das Tor zum 2:1 durch Jonathan Tah nachträglich aberkannt.© Jan Woitas/dpa | Jan Woitas

So sah es auch ZDF-Fachmann Thorsten Kinhöfer. „Und der zweite Fehler ist, dass der Schiedsrichter auf gut Deutsch gesagt nicht so viel Cojones hatte, sich über diese Entscheidung hinwegzusetzen und zu sagen: Nein, das ist kein Foul, das ist für mich ein glasklares Tor.“ Das Regelwerk stützt die Einschätzungen. Anders als teilweise angenommen, hat der Torhüter im Fünfmeterraum keine Sonderrechte. Bundestrainer Julian Nagelsmann sprach gar von einem „Witz“ und meinte: „Das ist nicht nur ein Skandal, das ist ein Vollskandal.“

Wegen Schiri-Ärger: Indirekte Kritik an Bundestrainer Nagelsmann

Für seinen Ärger über die Schiedsrichter-Entscheidung erntete Nagelsmann aber auch indirekte Kritik, zum Beispiel von Christoph Kramer. „Du darfst gegen Paraguay nicht in die Verlängerung kommen“, monierte er im ZDF. „Wir haben entschieden, dass sie so spielen können und dass wir uns am Ende über eine Schiedsrichterdiskussion beklagen. „Dazu darf es niemals kommen. Es war einfach zu wenig, um ein WM-Spiel, in dem es um alles geht, sodass es nur einen Sieger geben kann.“

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