Marie-Louise Eta hat die Negativserie des 1. FC Union Berlin nicht stoppen können und ihre historische Premiere als erste Cheftrainerin in der Fußball-Bundesliga der Männer verloren. Der Tabellenvorletzte VfL Wolfsburg feierte hingegen den ersten Sieg unter Dieter Hecking und schöpft neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. Im ersten Spiel nach der Trennung von Steffen Baumgart mussten sich die Köpenicker im Stadion An der Alten Försterei mit 1:2 (0:1) geschlagen geben.

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Patrick Wimmer (11. Minute) mit einem Traumtor und Dzenan Pejcinovic (46.) erzielten die Treffer für extrem effiziente Gäste. Union vergab zahlreiche Chancen und kam durch Oliver Burke (86.) nur noch zum Anschlusstreffer. Es war das erste Spiel in einer der fünf europäischen Top-Ligen mit einer Frau als Cheftrainerin an der Seitenlinie. Als «Fußballgöttin» begrüßte der Großteil der 22.012 Fans die 34-Jährige.
Bei noch vier ausstehenden Partien haben die Eisernen sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und können trotz der Pleite relativ sicher für ihre achte Bundesliga-Spielzeit planen. Dennoch war es eine Woche nach der Niederlage gegen Schlusslicht Heidenheim der nächste harte Dämpfer. Wolfsburg verkürzte den Rückstand auf Rang 16 auf zwei Zähler.
Ausgerechnet gegen den HSV: Bremen gelingt Befreiungsschlag
Platzverweis für den HSV, drei Punkte für Grün-Weiß: Ausgerechnet im brisanten Nordderby gegen den Erzrivalen hat Werder Bremen den sehnsüchtig erwarteten Befreiungsschlag im Abstiegskampf gelandet. Die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune besiegte den Hamburger SV dank eines Doppelpacks von Jens Stage mit 3:1 (1:1) und schloss nach Punkten zum ungeliebten Rivalen auf.
Zum Derbyhelden avancierte der Doppeltorschütze Stage. Der Däne traf in der ersten Halbzeit wunderschön per Kopf (37.), dann im zweiten Abschnitt traumhaft aus rund 20 Metern unter die Latte mit dem Fuß (57.) – und sorgte damit für den ersten Bremer Heimsieg gegen die Hamburger seit über acht Jahren. Cameron Puertas erhöhte in der Nachspielzeit auf 3:1 (90.+1).

Robert Glatzel hatte vor 41.800 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion zuvor mit einem ebenso sehenswerten Treffer den zwischenzeitlichen Ausgleich (41.) markiert. Philip Otele sah in der Schlussphase eines hitzigen Nordduells wegen groben Foulspiels die Rote Karte. Ein weiterer Platzverweis gegen Bakery Jatta wurde nach Ansicht der Videobilder wieder zurückgenommen (85.). Zudem gab es in der Nachspielzeit Rote Karten für die Co-Trainer Jan Hoepner (Werder) und Loic Favé (HSV).
Mit je 31 Zählern beträgt der Vorsprung beider Teams auf den Relegationsplatz nun fünf Punkte, zum ersten direkten Abstiegsplatz sind es vier Spieltage vor dem Saisonende jeweils sieben. Während die Grün-Weißen nach zuletzt zwei Niederlagen wieder einen Dreier einfuhren, wartet der HSV inzwischen seit fünf Spielen auf einen Sieg. Das Team von Trainer Merlin Polzin hat die Frühlings-Flatter, gewann nur eines seiner letzten neun Spiele.
Doppelter Rieder vermiest Bayer Generalprobe
Bayer Leverkusen hat bei seiner Aufholjagd im Rennen um die Champions League einen heftigen Dämpfer kassiert und die Generalprobe für den Pokal-Kracher gegen den FC Bayern verpatzt. Die Werkself von Trainer Kasper Hjulmand unterlag gegen den FC Augsburg vor heimischer Kulisse trotz klarer Überlegenheit mit 1:2 (1:1) und verpasste es, die Konkurrenz unter Druck zu setzen.

Die Führung von Patrik Schick (12.) reichte den Rheinländern auch aufgrund des überragenden FCA-Keepers Finn Dahmen nicht für den dritten Sieg in Serie, stattdessen drehte Fabian Rieder (16., 90.+7, Foulelfmeter) das Spiel für Augsburg. Der Rückstand auf Tabellenplatz vier beträgt für Bayer dadurch weiter vier Zähler, RB Leipzig und der VfB Stuttgart können im Laufe des Wochenendes enteilen. Zudem kassierten die Leverkusener einen Rückschlag vor dem Halbfinale im DFB-Pokal am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF und Sky) gegen den euphorisierten FC Bayern.
Die Augsburger hingegen müssen sich nach dem Coup keinerlei Sorgen mehr um den Abstieg machen, das Team von Trainer Manuel Baum rangiert im gesicherten Mittelfeld und hat einen Puffer von zehn Zählern auf den Relegationsplatz. dpa/sid




