Beim Zweitliga-Topspiel Dynamo Dresden gegen Hertha BSC ist es zu Ausschreitungen gekommen. In der TV-Übertragung war zu sehen, wie Mitte der ersten Halbzeit plötzlich dutzende Dynamo-Anhänger aus Richtung des Gästeblocks über den Platz gen eigene Kurve stürmten.

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Die Dresdner waren vermummt und in schwarzen und gelben Ponchos gekleidet. Die hatten sie noch an, weil zu Beginn der Partie über die gesamte Rudolf-Harbig-Tribüne eine großflächige „SGD“-Choreo gezeigt worden war. Die Dresdner Anhänger auf dem Platz wurden von der Polizei verfolgt, schafften es aber dem ersten Anschein nach allesamt zurück in den K-Block. Teils kopfüber stürzten die Dynamo-Anhänger zurück in die Kurve.

Die Partie wurde für rund 20 Minuten von Schiedsrichter Sven Jablonski unterbrochen. Die Spieler waren zunächst in die Kabine geflüchtet. Am Gästeblock ist zudem auch Pyrotechnik geflogen.

Dresdener Fans klauen und verbrennen offenbar Hertha-Fahne

Im ersten Verdacht liegt und lag natürlich nahe, dass sie sich zum Gästeblock aufgemacht hatten, um eine Zaunfahne der Anhänger von Hertha BSC zu klauen. Minuten später schallten „Wo ist eure Fahne hin“-Sprechchöre durch das Stadion. Im Dresdner Block ging ein Banner in Flammen auf. Es war blau-weiß, die Vereinsfarben von Hertha BSC.

Unter Ultras gilt der Verlust von Zaunfahnen als größtmögliche Demütigung. Ein ungeschriebener Ehrenkodex in der Ultraszene besagt, dass sich entsprechende Gruppen bei Zaunfahnenverlusten aufzulösen hätten. Ein bekanntes Beispiel sind die „Boyz Köln“, deren Zaunfahne bei einem Auswärtsspiel in Hoffenheim 2018 in Gladbacher Hände gewandert ist. Die Fahne war zwar zweigeteilt, allerdings hatten die Diebe den „Boyz“-Teil zu fassen bekommen. Wenige Tage später haben sich die „Boyz“ aufgelöst. Allerdings gab es auch schon Gruppierungen, die auf diesen Schritt verzichtet haben – etwa, wenn das Material unehrenhaft erbeutet worden sei.