Die deutschen Biathleten sind auch im zweiten Einzelrennen der Olympischen Winterspiele ohne Medaille geblieben. Philipp Horn wurde nach einem Patzer beim letzten Schuss mit 1:09,2 Minuten Rückstand auf den Sieger Quentin Fillon Maillet (Frankreich) Zehnter. Wir sprachen mit dem 31-jährigen Oberhofer.
Im Sprint waren Sie in diesem Winter schon Dritter. Wie fällt Ihr Fazit aus?
Ich bin froh, dass ich mein Schießen nach dem verkorksten Einzel wieder zusammengebracht habe – auch wenn mich der letzte Schuss extrem ärgert. Da war ich im Kopf schon wieder halb auf der Strecke. Nichtsdestotrotz ist ein zehnter Platz nicht schlecht. Über den Rückstand im Ziel war ich schon ein bisschen überrascht.
Auf der letzten Runde war die Kraft weg
Warum sind die Zeitabstände in Antholz so groß?
Die Höhe spielt auf jeden Fall eine Rolle. Man muss sich das Rennen besser einteilen. Wenn man die erste oder zweite Runde zu schnell angeht, dann platzt man hinten raus komplett. Ich bin mit Phillip Nawrath auf die zweite Runde gegangen. Das hätte ich vielleicht nicht so lange machen sollen. Viele Körner hatte ich auf der letzten Runde nicht mehr.

Die 1600 Meter Höhe macht vielen zu schaffen. Wie ging es Ihnen im Ziel?
Die Frage ist eigentlich immer: Wann kommt der Mann mit dem Hammer? Wenn er so auf den letzten 300 Metern kommt, dann hat man sich das Rennen gut eingeteilt. Bei mir kam er heute nach der Hälfte der letzten Runde. Das war eindeutig zu früh. Bei jedem Übergang, bei jedem kleinen Hügel habe ich gemerkt, wie ich Sekunden verliere. Das summiert sich einfach extrem.
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Bringt es Sie ins Grübeln, dass selbst null Fehler nicht zur Medaille gereicht hätten?
Natürlich ist das kein schönes Gefühl. Aber ich weiß auch, dass es im Biathlon schnell hin und her gehen kann. Deswegen mache ich mir da nicht die große Platte. Ich habe schon im Einzel gezeigt, dass ich zu den Schnellsten gehöre. Und das Selbstvertrauen nehme ich jetzt auch in die nächsten Rennen mit.
Horn für das Verfolgungsrennen zuversichtlich
Wie zufrieden waren Sie mit dem Skimaterial?
Das war alles andere als schlecht. Ich hatte in den ersten beiden Runden sogar ein sehr gutes Gefühl. Deshalb glaube ich nicht, dass es am Ski gelegen hat. Ich habe die letzten Tage auch Ski mit getestet. Den ich heute dran hatte, der war mit Abstand der beste von allen.
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Was rechnen Sie sich für die Verfolgung am Sonntag aus?
Es ist noch alles möglich mit einem perfekten Rennen. Ich habe mich jetzt vom Einzel zum Sprint sehr gesteigert. Warum sollte ich mich jetzt zum Verfolger nicht nochmal steigern? Ich habe ein gutes Gefühl, ich habe Lust auf Rennen. Es macht unglaublich Spaß, hier vor der Kulisse unter den fünf Ringen zu laufen.




