US-Präsident Donald Trump hat mit seinen Drohungen, Grönland um jeden Preis übernehmen zu wollen und notfalls auch dabei militärisch vorzugehen, nicht nur die knapp 57.000 Einwohner verschreckt, sondern auch Dänemark. Denn Grönland ist ein halbautonomes Territorium innerhalb des Königreichs. Die Spannungen zwischen Washington D.C. sowie Nuuk und Kopenhagen auf der anderen Seite haben auch die Organisatoren der Handball-Europameisterschaft in Aufruhr versetzt. Um auf etwaige Protestaktionen und Störungen während der Spiele besser gewappnet zu sein, haben die Organisatoren die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. „Wenn ich zu viel sage, schwächen wir uns selbst, aber wir haben selbstverständlich einige Vorkehrungen getroffen“, sagte Kent Nicolajsen, Chef des Organisationskomitees. „Die Welt sieht heute anders aus – das haben wir ebenfalls gelernt.“

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Grönland, Trump und die AfD
Rambo Zambo – Der Merz-Podcast
 

Sorgen vor Protestaktion gegen Donald Trump bei Handball-EM

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Gelernt haben die dänischen Gastgeber aus dem 25. Januar vergangenen Jahres: Beim WM-Hauptrundenspiel der dänischen Stars um Welthandballer Mathias Gidsel gegen Tschechien (28:22) hatte ein Klimaaktivist das Spielfeld in der Jyske Bank Boxen von Herning gestürmt. Zwar bestand keine Gefahr für die mit 15.000 Zuschauern vollbesetzte Halle. Weil der Protestler aber Konfetti auf dem Platz verteilt hatte, musste dieser erst gesäubert werden, was eine Weile dauerte. Mehr noch: Weil die Organisatoren nicht so recht auf so eine Aktion vorbereitet waren, griff Dänemarks Nationaltrainer Nikolaj Jacobsen selbst ein und trug den Störer vom Feld. „Wir nehmen die Sicherheit selbstverständlich ernst – auch wegen des vergangenen Jahres“, so Orga-Chef Nicolajsen gegenüber der dänischen Zeitung Ekstra Bladet. „Unsere Gäste werden merken, dass die Kontrollen gründlicher werden.“

Kompromisslos: Dänemarks Nationaltrainer Nikolaj Jacobsen übergibt den Klima-Aktivisten den Sicherheitskräften.
Kompromisslos: Dänemarks Nationaltrainer Nikolaj Jacobsen übergibt den Klima-Aktivisten den Sicherheitskräften.© AFP | Henning Bagger

Für Weltmeister und Olympiasieger Dänemark endet am Dienstagabend um 20.30 Uhr die EM-Vorrunde gegen Portugal. Beide Mannschaften sind bereits für die Hauptrunde qualifiziert. Auch hier gilt wie bei den Siegen über Nordmazedonien und Rumänien für Fans: Sie müssen sich auf ausgiebigere Kontrollen durch mehr Ordner als im Vorjahr einstellen, größere Taschen durften nicht mit in die Jyske Bank Boxen genommen werden.

Handball-Orga-Chef: „Sind uns bewusst, dass uns jemand täuschen kann“

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Wenn das deutsche oder dänische Fernsehen die EM-Spiele der jeweiligen Teams live übertragen, wären Protestlern eine große Aufmerksamkeit sicher. Wegen Donald Trumps Übernahmeabsichten von Grönland war zuletzt sogar eine dänische Delegation um Außenminister Lars Lökke Rasmussen in den USA, um erneut klar zu machen, dass Dänemark kein Interesse habe, Grönland zu verkaufen.

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Auf die Handball-EM sollen die Annexionsgelüste von Donald Trump nach Möglichkeit keine Auswirkung haben. Nicolajsen: „Wir signalisieren, dass wir eine gute Stimmung und Sicherheit schaffen wollen. Aber: Wir können den Leuten nicht die Kleidung vom Leib ziehen und sie durchsuchen. Es wird also die Möglichkeit geben, dass uns jemand täuscht – dessen sind wir uns bewusst. In einem solchen Fall müssen wir schnell reagieren.“ Sollte doch etwas geschehen, „sollte es nicht der Nationaltrainer sein, der eingreifen muss“.