Der BVB ist im Pokal-Achtelfinale gescheitert. Welche Auswirkungen hat das frühe Ausscheiden, wie steht es um das Gesamtkonstrukt BVB? In einer neuen Folge von "Echte Tiefe - den BVB verstehen" blicken die WAZ-Reporter Christian Woop und Jonas Ortmann gemeinsam mit Moderatorin Linda Joy Sonnenberg auf fünf heiße Thesen.

Später Schock für den BVB: Mit einem überraschenden Ausrutscher hat Borussia Dortmund einen Jubiläumssieg und den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde der Champions League verpasst. Trotz eines Doppelpacks des Kritikers Julian Brandt blamierte sich der BVB gegen den krassen Außenseiter FK Bodö/Glimt mit einem 2:2 (1:1) und gab damit den 100. Erfolg in der Königsklasse und deren Vorgängerwettbewerb, dem Landesmeisterpokal, aus der Hand.

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Bei einem Sieg hätte das Team von Trainer Niko Kovac schon zwei Spieltage vor Ende der Ligaphase zumindest die Play-offs sicher gehabt. Doch statt eines Pflichtsiegs zu Hause setzte es einen bitteren Rückschlag.

Ausgerechnet Brandt, der jüngst die Spielweise kritisiert hatte („Nicht meine Art und Weise, Fußball zu spielen“), traf in seinem 500. Profispiel doppelt (18./51.), sein zweiter Treffer war zugleich das 300. Dortmunder Tor in der Champions League. Doch jubeln konnten die Fans dennoch nicht, Jens Petter Hauge (75.) glich wie aus dem Nichts noch aus.

BVB in der Champions League gegen Bödo/Glimt

BVB steht gut da – trotzdem rumort es

Natürlich dürfen die Dortmunder den Gegner vom Polarkreis keinesfalls unterschätzen. Dennoch gilt: Alles andere als ein Heimsieg gegen den Klub vom Polarkreis wäre eine herbe Enttäuschung für die Mannschaft von Trainer Niko Kovac, die sich in der Champions League bislang sattelfest präsentiert. Nur die Partie bei Manchester City (1:4) ging verloren, zuletzt gewann man im Signal Iduna Park mit 4:0 gegen den FC Villarreal.

Vier Tore bräuchte es gegen Bodö/Glimt nicht zwingend, drei Punkte umso zwingender, um der direkten Qualifikation zur K.o.-Phase näherzukommen. Nach fünf Spielen in der Königsklasse haben die Dortmunder zehn Punkte auf dem Konto, mit drei weiteren Zählern würden sie eine Platzierung in den Top Acht, die am Ende der Ligaphase direkt für das Achtelfinale qualifiziert sind, zementieren.

Helfen würde überdies eine spielerisch ansprechende Leistung, denn so gut sich die Borussia nach Punktausbeute in Bundesliga und Königsklasse präsentiert, so beharrlich wird Kovac vorgehalten, dass seine Mannschaft spielerisch bislang nur selten geglänzt hat. Da war es durchaus naheliegend, Julian Brandts Worte nach dem 2:0 gegen die TSG Hoffenheim als Kritik am Dortmunder Spielstil auszulegen. Inzwischen hat der Offensivmann seine Aussagen aber richtiggestellt.

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Pokal-Aus und jetzt? 5 heiße Thesen: So geht es für den BVB weiter
Echte Tiefe – den BVB verstehen
 

Grundsätzlich gilt: Wird in Dortmund darüber debattiert, auf welche Weise die Siege zustandekommen, kann von schwarz-gelber Krise keine Rede sein. Das Aus im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen (0:1) mag noch schmerzen, ungeachtet dessen kann diese Saison weiter als eine erfolgreiche in die BVB-Geschichte eingehen. Dafür bräuchte es ein gutes Abschneiden in der Champions League – ein Sieg gegen Bodö/Glimt wäre der nächste Schritt.