Die WM-Vorrunde ist für die deutschen Handballerinnen beendet – als Gruppensiegerinnen nehmen sie vier Punkte mit in die Hauptrunde ihres Heim-Turniers. Das Weiterkommen bedeutet für das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch auch einen Ortswechsel. Stuttgart hat nach den abschließenden Gruppenspielen am Montag genauso wie Trier seine Pflicht als WM-Standort erfüllt. Das DHB-Team ist weitergezogen nach Dortmund.

Während auch heute bei WM-Co-Gastgeber Niederlande in Rotterdam und `s-Hertogenbosch noch letzte Gruppenspiele anstehen, bestreitet Deutschland bereits das erste Hauptgruppenspiel in der Westfalenhalle. Los geht es 20.30 Uhr. Gegner ist WM-Überraschung Färöer. Die kleinste Teilnehmernation ist bei ihrem WM-Debüt direkt in die Hauptrunde eingezogen. „Die Färöer sind ein bisschen wie Island“, schätzt DHB-Kapitänin Antje Döll den Gegner ein. „Sie legen viel Härte rein, sind WM-Neuling und haben schon wirklich überrascht.“
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Die WM-Hauptrundenspiele der DHB-Frauen in der Westfalenhalle Dortmund
- Dienstag, 2. Dezember: Deutschland - Färöer, 20.30 Uhr/sporteurope.tv
- Donnerstag, 4. Dezember: Montenegro - Deutschland, 18 Uhr/sporteurope.tv
- Samstag, 6. Dezember: Spanien - Deutschland, 18 Uhr/sporteurope.tv
Die Hoffnung auf eine volle Halle ist groß – doch aktuell noch nicht erfüllt. Lediglich 6000 der möglichen 11.000 Tickets sind für das Färöer-Spiel am Dienstag verkauft. Einzig die Spanien-Partie am Samstag ist bis auf einige wenige Restkarten nahezu ausverkauft.
Abschreckend könnte für einige Ticketinteressierte sein, dass die Handballerinnen am Dienstagabend nicht das einzige Sportgroßereignis sind. Nahezu parallel bestreiten die Fußballer von Borussia Dortmund im benachbarten Signal-Iduna-Park ihr DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen (21 Uhr). „Fußball zieht in dieser Stadt nun mal Zuschauer. Das ist vielleicht unglücklich”, sagte Alina Grijseels – selbst angestellt bei den BVB-Handballerinnen.
Überfüllte Parkhäuser und überquellende Bahnen
Doch nicht nur die Tatsache, dass hier potenzielle Zuschauerinnen und Zuschauer abwandern könnten, auch die Anreise dürfte problematisch werden. Parken an der Strobelallee ist bei BVB-Spielen nicht möglich. Auch die umliegenden Parkhäuser dürften bei der Ansetzung am späten Abend unter der Woche extrem voll sein. Das BVB-Stadion fasst weit mehr als 80.000 Zuschauer. Die Westfalenhalle weitere 11.000. Hinzu kommen die zahlreichen Weihnachtsmarktbesucher in der Stadt: Es wird voll!
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Eine Alternative könnte daher der öffentliche Nahverkehr sein – schließlich sind die Dortmunder Verkehrsbetriebe DSW21 Unterstützer der WM, präsentieren zum Beispiel das Fan Village in Halle 1, das mit vielen Mitmachaktionen, Unterhaltung und Informationen begleitend zu den Spielen an der Westfalenhalle eingerichtet ist.

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Doch eine richtige Lösung haben auch sie nicht zu bieten. Auf ihrer Homepage geben sie lediglich bekannt: „DSW21 verstärkt an den Spieltagen mit zusätzlichen Bahnen ab nachmittags das Angebot auf der Stadtbahnlinie U45 (Fredenbaum – Hbf – Westfalenhallen). Ausnahmen sind der 2. und 7. Dezember, da an diesem Tag BVB-Heimspiele gegen Bayer Leverkusen und TSG Hoffenheim stattfinden. Hier rollt bereits alles, was Räder hat.“ Heißt: Es wurde sich nicht um Zusatzbusse bemüht, man setzt auf seine eigene Flotte. In die Busse und Bahnen, die sonst schon von Fußballfans überlaufen, müssen sich nun auch noch die Handball-Besucher hinzudrängen.
Wie wegkommen? Zugverkehr ab Dortmund Hbf eingestellt
Nahezu zynisch wirkt da der Zusatz: „Da gleichzeitig der Weihnachtsmarkt stattfindet, kann es in Bussen und Bahnen an diesen Tagen etwas voller werden. DSW21 bittet hier um etwas vorweihnachtliche Gelassenheit.“ Denn natürlich ist auch der Bereich rund um den großen Weihnachtsbaum zu dieser Zeit extrem gefragt.
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Die beste Strategie, um dem großen Anreise-Chaos zu entgehen, ist wohl eine extrem frühe Anfahrt – sofern denn möglich. Immerhin: Wenn die Fußballer ihre Partie beenden, sollte das Handballpublikum längst zu Hause sein. Die Handball-Partie endet nämlich deutlich früher – erst recht, sollten die Dortmunder und Leverkusener in die Verlängerung müssen.
Doch auch bei der Abreise könnte Frust aufkommen – und zwar bei jenen, die mit dem Zug aus Dortmund Richtung Düsseldorf wollen. Die Bahn verweist in ihrer Navigator-App auf eine Information von www.zuginfo.nrw, wonach es wegen Bauarbeiten von 21.30 Uhr am Dienstagabend bis 4.30 Uhr am Mittwochmorgen zu einer „vollständigen Einstellung des Zugverkehrs im Streckenbereich Dortmund Hbf – Bochum Hbf – Essen Hbf – Duisburg Hbf – Düsseldorf Hbf“ kommt. Ein Schienenersatzverkehr ist eingerichtet. Der RE 3 fährt nur zwischen Hamm Hbf und Oberhausen Hbf.
Parallel finden WM-Viertelfinals in Rotterdam statt
Insgesamt werden in Dortmund vom 2. bis 7. Dezember die Begegnungen von zwei Hauptrunden-Gruppen ausgetragen, am 9. Dezember finden dann zwei Viertelfinalpartien statt. Bestreitet das deutsche Team die Partien erfolgreich, dürfte dort ein Top-Gegner warten: Schweden oder Norwegen sind möglich.
Zwei weitere Hauptrundengruppen und Viertelfinals werden in Rotterdam ausgetragen. Die Stadt ist auch der Sehnsuchtsort der deutschen Spielerinnen: In der niederländischen Stadt werden die Halbfinals und die Medaillenspiele stattfinden.








