Die Westfalenhalle war kaum zu halten, als Martin Schindler den ersten Dart zum Matchgewinn in die Doppel 20 setzte. Sechs Mal traf er am ersten Tag der European Darts Championship in Dortmund das oberste Feld der Dartscheibe. Im entscheidenden Leg gegen den Engländer Dave Chisnall stellte sich der 29-Jährige erst mit einer 180, dann mit einer 134 perfekt auf sein bestes Doppel an diesem Abend. Der EM-Fluch ist gebrochen: Schindler steht in Runde zwei.

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Dabei war es ein schwieriger Start für Martin Schindler. Gleich im ersten Leg haute Chisnall dem Straußberger ein High Finish um die Ohren. Der Engländer checkte 111 Punkte zum 1:0. Schindler bekam zuvor die Break-Chance auf 167, setzte aber nur den ersten Dart im gewünschten Feld. „Chizzy“ schnappte sich auch das zweite Leg und erhöhte auf 2:0. Der Engländer brachte zu diesem Zeitpunkt rund zehn Punkte mehr (102) im Average auf das Board.

Zwei Elf-Darter in Folge, sechs Mal Doppel 20: Schindler zeigt Mega-Comeback

Auch im dritten Leg tat sich Schindler schwer und verpasste bei 58 Punkten zwei Darts auf ein Doppel. Chisnall stand währendesssen auf 40 bereit und traf die Doppel 20 mit zweiten Anlauf zum 3:0. Das sollte Schindler aufwecken. In Leg vier brachte sich der 29-Jährige mit erst 134 und dann 180 Punkten auf 47 Punkte, die er mit zwei Pfeilen herausnahm. Auch im nächsten Leg gelang ihm das Maximum, bevor er 56 Punkte in zwei checkte. Mit zwei Elf-Dartern verkürzte Schindler auf 2:3.

Martin Schindler
Die Doppel 20 machte für Martin Schindler am Donnerstagabend den Unterschied. Sechs mal traf er „Tops“ um seine Legs zu gewinnen.© John Walton/PA Wire/dpa | John Walton

Schindler wurde besser und besser, immer wieder konnte er sich auf die Doppel 20 verlassen. Wieder führte ihn „Tops“ ins Glück – und zum 3:3-Ausgleich. „Ich fühle mich auf der Doppel 20 gerade sehr wohl und habe mich seit dem World Grand Prix darauf festgefahren“, sagte Schindler. Chisnall brachte sein Anwurf-Leg zum 4:3 ins Ziel, Schindler antwortete erneut über die Doppel 20 und einem 76er-Checkout zum 4:4. Die Westfalenhalle war geladen, die Spannung riesig. Beide Spieler spielten nun über 100 Punkte im Average.

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Chisnall trotze den Pfiffen der Fans in Dortmund und erhöhte auf 5:4. Wie so oft in diesem Match stellte sich Schindler im nächsten Durchgang mit 142 perfekt auf 40 Punkte und verwandelte mit dem ersten Dart. So sollte es auch im letzten und entscheidenden Leg sein. Schindler bewies sich nervenstark und besiegte am Ende mit einem 104er-Average und einer Doppelquote von knapp 67 Prozent einen Gegner, der ihm alles abverlangte.

Für mich bedeutet der Sieg sehr viel, weil ich mir selber bewiesen habe, dass ich es auf jeden Fall kann, auch bei einem Major in Deutschland.

Martin Schindler

Schindler darf nach zuletzt fünf Erstrundenniederlagen bei der European Darts Championship zum ersten Mal auch am dritten Turniertag ran. „Für mich bedeutet der Sieg sehr viel, weil ich mir selber bewiesen habe, dass ich es auf jeden Fall kann, auch bei einem Major in Deutschland“, so Schindler.

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Der Weg für Martin Schindler, sich zum ersten Mal weiter als das Viertelfinale bei einem Einzel-Major zu spielen, ist wohl so einfach wie noch nie. Nach seinem Auftaktsieg geht es für Schindler in Runde zwei nun am Samstag gegen den Engländer Ryan Joyce (Weltrangliste Platz 22). Bei einem weiteren Sieg würden Ryan Searle (Weltrangliste Platz 19) oder Gian van Veen (Weltrangliste Platz 17) warten. Searle bezwang in Runde eins den Waliser Jonny Clayton, der Schindler in den vergangenen Monaten immer wieder aus großen Turnieren schmiss. Die übrigen Deutschen Niko Springer und Ricardo Pietreczko starten am Freitag in das Turnier.