Mit dem 3:1 gegen Nordirland hat die deutsche Nationalmannschaft die ersten drei Punkte in der WM-Qualifikation gesammelt. In der zweiten Halbzeit brachten Nadiem Amiri und Florian Wirtz das DFB-Team auf die Siegerstraße. Über weite Strecken des ersten Durchgangs hatte die Elf von Julian Nagelsmann derweil eine enttäuschende Leistung gezeigt. Das quittierten viele der 43.169 Zuschauer im Kölner Rheinenergie-Stadion mit deutlich hörbaren Pfiffen zur Pause.
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Nagelsmann zeigte nach Abpfiff Verständnis für die Unmutsbekundungen. „Die Zuschauer gehen mit einer gewissen Erwartungshaltung ins Stadion, die dann offensichtlich aber nicht erfüllt wurde. Das kann ich auch nachvollziehen“, sagte der 38-Jährige. Zugleich kritisierte er: „Auf der anderen Seite schaue ich mir auch Spiele an, und ich bin auch nicht immer super zufrieden, trotzdem pfeife ich nicht. Weil ich glaube, dass es den Menschen da unten nichts bringt.“
Pfiffe gegen DFB-Team: Nagelsmann zieht Parallele zur Gesellschaft
Nagelsmann weiter: „Wenn wir alle wie Hyänen im Busch sitzen und warten, bis man endlich wieder beißen und sagen kann, wie schlecht jemand ist und dass er alles beschissen macht - ich glaube nicht, dass man sich dann so super entwickelt als Land. Ich habe auf der einen Seite Verständnis und auf der anderen Seite einen Wunsch für etwas anderes.“

Der Bundestrainer zog bei RTL eine Parallele zur Gesellschaft in Deutschland: „Wenn man alles gemeinsam macht – das ist das, was wir in unserem Land noch verstehen müssen –, dann funktioniert es tatsächlich meistens viel besser.“ Beschweren wolle er sich aber nicht. Er verstehe, „wenn jemand unzufrieden ist, ich hätte am Donnerstag auch fast gepfiffen in der Kabine. Es ist halt manchmal so.“ Am Donnerstag hatte sich das DFB-Team beim 0:2 in der Slowakei kräftig blamiert.
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Überzeugend trat Deutschland auch gegen den Weltranglisten-71. aus Nordirland nicht auf. Nach einem schwungvollen Beginn und dem frühen Führungstor von Serge Gnabry (7.) wirkte der Gastgeber vor allem rund um den Ausgleichstreffer (34.) wackelig. „Wir hatten eine gute Energie anfangs, waren aber nach dem Gegentreffer auch ein bisschen verunsichert. Die letzten 30 Minuten war das wieder unser Gesicht“, fasste Nagelsmann zusammen. (ea)


