Andere Länder, andere Sitten. Wie die Gladiatoren waren die Profis beider Klubs einzeln aufgerufen und dann in die Arena eingelaufen. Auch „Heja BVB“ lief über die Lautsprecher-Anlage. Viele Fans jedoch bekamen das gewöhnungsbedürftige Fußball-Vorprogramm gar nicht mit. Wie im US-Sport üblich, versammelten sich die Anhänger nämlich bereits Stunden vor Anpfiff auf den riesigen Parkplätzen und stimmen sich auf die Partie ein. Zur Frühstückszeit also, qualmten in East Rutherford/New Jersey bereits die Grills, zischten die Bierdosen – erst wenn der Ball rollt, geht es hinein.

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Soccer in Amerika. Und der BVB ist nun auch offiziell dabei. Sportlich aber ist noch reichlich Luft nach oben. Im ersten Gruppenspiel der neuen Klub-WM kam die ziemlich inspirationslose Mannschaft von Trainer Niko Kovac am Dienstagmittag Ortszeit nicht über ein 0:0 gegen den brasilianischen Vertreter Fluminense aus Rio de Janeiro hinaus. Daran konnte auch ein kräftiger Distanzschuss von Niklas Süle kurz vor Schluss nichts mehr ändern.

BVB: Marcel Sabitzer steht in der Startelf

Pünktlich zum Anpfiff war das MetLife-Stadium mit immerhin 34.736 Zuschauerinnen und Zuschauern ordentlich gefüllt. Weil mehr als die doppelte Anzahl an Menschen normalerweise zu Footballspielen in der NFL strömt, dominierten allerdings die grauen Sitzschalen beim Blick ins Rund. Der BVB rechnete mit etwa 5000 schwarz-gelben Fans. Sie sahen gegen Fluminense die erwartbare Aufstellung aus dem Bundesliga-Saisonfinale, etwas überraschend nur bekam Marcel Sabitzer den Vorzug vor Felix Nmecha im zentralen Mittelfeld.

Marcel Sabitzer (re.) stand in der BVB-Startelf.
Marcel Sabitzer (re.) stand in der BVB-Startelf.© AFP | Charly Triballeau

Jene elf Borussen taten sich schwer. Fluminense hatte viel Ballbesitz, trat aggressiv auf, was der BVB eigentlich ja hatte vermeiden wollen. Die Brasilianer gaben dementsprechend die ersten, wenn auch harmlosen Schüsse ab. Dortmund bemühte sich, hinter die Abwehrkette zu gelangen, die von der inzwischen 40-jährigen Legende Thiago Silva zusammengehalten wurde. Gefährlich wurde es erst, als Karim Adeyemi seinem aufmerksamen Bewacher Juan Freytes entfliehen konnte, um hinter der Verteidigung die Räume zu bespielen.

BVB: Die linke Abwehrseite ist anfällig

So kam auch die beste BVB-Chance der Partie zu Stande: Adeyemi flankte von links scharf und flach hinein, Mittelstürmer Serhou Guirassy kam in der Mitte nur einen Schritt zu spät. Die bessere Mannschaft aber kam aus Brasilien, auch wenn Fluminense die Dominanz noch nicht in Tormöglichkeiten ummünzen konnte. Eine Schwachstelle war früh ausgemacht: Viele Angriffe kamen über die linke BVB-Abwehrseite, weil Ramy Bensebaini schon in der zweiten Minute Gelb sah und vorsichtiger zu Werke gehen musste.

Fluminense - Borussia Dortmund
BVB-Torwart Gregor Kobel musste mehrfach zugreifen gegen Fluminense.© Frank Franklin II/AP/dpa | Frank Franklin II

Es blieb zäh, auch in der zweiten Halbzeit. Der BVB musste erst einen Schockmoment überstehen, als Torwart Gregor Kobel mit einem Gegenspieler zusammenrasselte. Der Schweizer konnte weitermachen und entschärfte auch Fluminenses beste Chance in der 58. Minute durch Agustin Canobbio. Was ging noch für Dortmund?

BVB: Jobe Bellingham gibt sein BVB-Debüt

Trainer Kovac reagierte auf den schwerfälligen Auftritt und brachte nach einer Stunde Debütant Jobe Bellingham. Sabitzers Schuss (65.) war daraufhin mal wieder ein schwarz-gelbes Lebenszeichen. Mehr kam nicht mehr vom Bundesligisten. Torwart Kobel bewahrte stattdessen mit einer Doppelparade gegen Everaldo und Nonato (68.) die Dortmunder vor einer Niederlage. Auf der anderen Seite blieb Süle erfolglos.

Am Samstag (18 Uhr deutscher Zeit/Sat1 und Dazn) muss gegen die Mamelodi Sundowns (Südafrika) nun dringend ein Sieg her.