Kein Wort des Dankes zum Abschied: Es scheint richtig geknallt zu haben beim VfL Osnabrück. Trainer und Co-Trainer müssen gehen, obwohl sie den VfL sportlich vor der Regionalliga gerettet haben. Marco Antwerpen hatte den Drittligisten in einer fast aussichtslosen Lage übernommen: Der VfL war Letzter, weit abgeschlagen. Dennoch gelang es Antwerpen und seinem Trainerteam, die Mannschaft zum Klassenerhalt zu führen. Doch nun ist schon wieder Schluss. Kurz vor der Trennung hatte es bereits Berichte über chaotische Zustände im Verein gegeben.

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Nun hat der Verein die Trennung bestätigt. Eine umfassende Analyse der Spielzeit habe ergeben, dass man eine Neuausrichtung anstrebt. In einer Mittelung des Klubs heißt es, dass nach einem ersten vorläufigen Fazit dieser Spielzeit für die Gremien und die Geschäftsführung des VfL Osnabrück geschlossen feststeht, dass der gemeinsame Weg mit Cheftrainer Marco Antwerpen und Co-Trainer Frank Döpper endet.

„Angesichts der Ereignisse in dieser Saison – angefangen bei der katastrophalen Hinrunde, über zwei Trainerwechsel, der Trennung vom Geschäftsführer Sport sowie weiteren personellen Veränderungen im Lizenzbereich, bis hin zu den sportlichen Leistungen nach dem Klassenerhalt, der verpassten Qualifikation für den DFB-Pokal und der Gesamtentwicklung in den vergangenen Wochen und Tagen – ist eindeutig, dass wir uns im sportlichen Bereich grundsätzlich strukturell und personell neu ausrichten müssen. Insbesondere im Lichte der letzten Tage und Wochen steht für uns fest, dass wir uns von Cheftrainer Marco Antwerpen und Co-Trainer Frank Döpper trennen. Darüber herrscht nach intensiven Gesprächen zwischen Aufsichtsratsvertretern, Beirat und Geschäftsführung, insbesondere in den letzten Tagen, Einigkeit“, sagt VfL-Geschäftsführer Dr. Michael Welling.
Der ehemalige RWE-Boss ergänzt: „Generell haben wir die Saison bereits während des laufenden Spielbetriebs vorbehaltlos und sehr kritisch analysiert, um die Planungen für die neue und die kommenden Spielzeiten ohne Verzögerung konsequent vorantreiben zu können. Ziel ist es, den VfL strukturell zukunftsfähig aufzustellen. Daran arbeiten wir mit Hochdruck, haben aber auch durch das Saisonende die notwendige Zeit, die nächsten wichtigen Entscheidungen sehr gewissenhaft treffen zu können – dazu gehört auch die Nachbesetzung des Trainerteams.“
VfL Osnabrück: Hinter den Kulissen muss es gebrodelt haben
Holger Elixmann erklärt als Beiratsvorsitzender dazu: „Wir waren fortwährend, spätestens seit dem Winter und besonders intensiv in den vergangenen Tagen innerhalb der Gremienstruktur eng eingebunden in die Bewertung der sportlichen Situation und der aktuellen Erkenntnisse. In der Analyse insgesamt, aber insbesondere der letzten Tage, ist die Trennung von Marco Antwerpen und Frank Döpper der einzig richtige Schritt.“
Was zeigt, dass hinter den Kulissen deutlich mehr passiert sein muss als bekannt ist. Denn ansonsten würde man - auch ohne ein Wort des Dankes - in solch einer Form kaum über das Trainerteam sprechen, das eine großartige sportliche Leistung vollbracht hat - auch wenn die Ergebnisse nach dem Klassenerhalt deutlich nachgelassen haben.




