71 Minuten waren gespielt, bis sich die Südtribüne endlich traute. Alle sollten sich hinsetzen. Dann wurde es zum ersten Mal, das berühmte Europapokal-Lied, welches auch in der kommenden Saison wieder in der Champions League zu hören sein wird.

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Denn zu diesem Zeitpunkt, etwa um 17 Uhr am Samstagnachmittag, da hatte Eintracht Frankfurt gerade das 3:1 beim SC Freiburg geschossen. Und Borussia Dortmund mit 2:0 geführt daheim gegen Holstein Kiel. Mitten im Refrain des Songs legte Felix Nmecha das dritte BVB-Tor nach. Damit war dann alles entschieden. Dank des 3:0 (1:0) durch Treffer von Serhou Guirassy (3., Foulelfmeter), Marcel Sabitzer (47.) und Nmecha (73.) im am Ende gar nicht mehr so zittrigen Bundesliga-Finale haben die Dortmunder ihre Aufholjagd unter Niko Kovac erfolgreich abgeschlossen. Der BVB, der gegen den bereits feststehenden Absteiger Kiel nach Rot für Carl Johansson mehr als 80 Minuten in Überzahl spielte, zieht in die für den Klub so immens wichtige Königsklasse ein.
BVB gegen Kiel: Marcel Sabitzer rutscht für Pascal Groß rein
„Überhaupt nichts“ wollte Kovac vor dem Spiel an den Abläufen ändern. „Die letzten Wochen haben gezeigt, dass wir vieles richtig machen“, sagte der Trainer. „Wir haben ein wichtiges Spiel, das wissen wir alle.“ Getreu dieser Devise vertraute Kovac auf die selbe Elf, die durch das 4:2 in Leverkusen überhaupt das Endspiel ermöglicht hatte. Nur eine Änderung musste der 53-Jährige vornehmen: Für den gelbgesperrten Pascal Groß rutschte Marcel Sabitzer in die Startelf.
Mit zwei Toren Unterschied mussten die Dortmunder siegen, dann hätten sie die Champions-League-Qualifikation sicher. Und es lief gleich perfekt nach Plan für den BVB. Kiels Kapitän Lewis Holtby trat Felix Nmecha ungestüm im Strafraum in die Hacken, Serhou Guirassy verwandelte den fälligen Elfmeter zum 1:0 trocken in der linken Ecke. Die bösen Mainz-Geister, sie waren erstmal vertrieben. Damals scheiterte Sebastien Haller vom Punkt, das Drama nahm seinen Anlauf, der BVB verspielte 2023 am letzten Spieltag die Schale.
BVB gegen Kiel: Elfmeter und Rot bringen Dortmund auf Kurs
Es kam nun sogar noch besser. Fünf Minuten nach der Führung streckte Carl Johansson mit einer riskanten Grätsche Dortmunds Angreifer Karim Adeyemi nieder. Schiedsrichter Harm Osmers zögerte nicht und zeigte die Rote Karte. Danach passierte erstmal nicht viel, die Dortmunder hatten alles im Griff, standen sicher, besonders dank des sehr aufmerksamen Ramy Bensebaini. Der Algerier leitete auch die beste Chance ein, als er den Ball eroberte, Guirassy dann Julian Ryerson bediente. Der aufgerückte Rechtsverteidiger schoss, der Ball wurde abgefälscht – und rauschte knapp rechts vorbei.
Das zweite Tor schien nur eine Frage der Zeit, doch irgendwie verloren die Dortmunder den Druck. Trainer Kovac gestikulierte an der Seitenlinie. Es fehlten Tempo und Breite im BVB-Spiel. Plötzlich wurden sie wachgerüttelt aus der Sommer-Lethargie. Um 16.05 Uhr leuchtete auf den vier Anzeigetafeln der Zwischenstand aus Freiburg auf. Der Sport-Club führte mit 1:0 gegen Eintracht Frankfurt. Stand jetzt: nur Europa League für den BVB. Dann meldeten sich auch die Kieler. Gregor Kobel verhinderte per Fußabwehr den Ausgleich durch Shuto Machino (39.). Aufatmen in der Halbzeit: Frankfurt glich in Freiburg aus.
BVB gegen Kiel: Marcel Sabitzer erlöst Dortmund
Dennoch: Mit den Zwischenständen in beiden Stadien blieb es ein schwarz-gelbes Spiel mit dem Feuer. Dortmund brauchte unbedingt einen zweiten Treffer, das war klar als Osmers anpfiff. Lange gedulden mussten sich die Fans nicht. Zwei Minuten nach Wiederbeginn verloren die Kieler den Ball, Julian Brandt gab ihn Sabitzer. Der Schuss des Österreichers wurde leicht abgefälscht – 2:0, eine Erlösung.
Dortmund blieb am Drücker. Nmecha (49.), Guirassy (51.), Brandt (56.) und Ryerson (60.) hatten Chancen auf das dritte Tor. Entschieden allerdings war nichts. Das sah man eindrücklich in der 63. Minute, in der Alexander Bernhardsson verfolgt von Niklas Süle auf den BVB-Strafraum zustürmte, aber den Ball nicht am geschickt den Winkel verkürzenden Kobel vorbeibekam. Knapp war es auch auf der Gegenseite bei Machinos unfreiwilligem Schuss an die eigene Latte und Guirassy Grätsche zum Beinahe-3:0 (70.).
Die größte Brisanz war da aber schon raus, denn die Frankfurter Eintracht hatte in der Zwischenzeit die Partie in Freiburg gedreht. Nmecha ließ daraufhin mit dem 3:0 die BVB-Party starten (73.).





