Borussia Mönchengladbach verliert die europäischen Ränge weiter aus dem Blick. Der über weite Strecken überforderte Fußball-Bundesligist vom Niederrhein unterlag beim abstiegsbedrohten Nordklub Holstein Kiel trotz Aufholjagd in einem dramatischen Offensivspektakel mit 3:4 (0:2) und kassierte im Rennen um die begehrten Ränge einen herben Dämpfer. Für die vor allem in der ersten Halbzeit enttäuschende Borussia war es die dritte Pleite und das vierte sieglose Ligaspiel nacheinander. 

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Die Kieler dagegen trotzten eindrucksvoll dem Rückschlag vom Vortag, als der Konkurrent 1. FC Heidenheim überraschend mit 1:0 durch das Tor des Ex-Kielers Mathias Honsak in Stuttgart gewonnen und seine Position auf dem Relegationsrang gefestigt hatte. Bei drei verbleibenden Saisonspielen stellten die Norddeutschen den Abstand auf den FCH von drei Punkten wieder her.

Kiels Trainer Marcel Rapp (r.) feiert den Sieg gegen Gladbach überschwänglich.
Kiels Trainer Marcel Rapp (r.) feiert den Sieg gegen Gladbach überschwänglich.© Getty Images | Stuart Franklin

Vor 15.034 Zuschauern im ausverkauften Holstein-Stadion erzielten Shuto Machino (15. Minute/90.+1), Alexander Bernhardsson (23.) und Armin Gigovic (76.) in dem wilden Erstliga-Spektakel die Kieler Treffer. Tomas Cvancara (60.), Alassane Pléa (69.) und Franck Honorat (86.) sorgten für die Gladbacher Tore. 

Leverkusen zieht nach, Bayern feiert noch nicht

Die Party des FC Bayern zur Rückkehr auf den Thron des deutschen Fußball-Meisters ist vertagt. Die Münchner erfüllten auf dem Weg dorthin und am Tag eines kurzen 500. Bundesligaspiels von Thomas Müller durch das 3:0 (2:0) gegen den FSV Mainz 05 ihre Titel-Pflicht. Der für den vorzeitigen Jubel notwendige Patzer des Noch-Meisters Bayer Leverkusen blieb aber aus. 

Mit einem Sieg am kommenden Samstag bei RB Leipzig kann der deutsche Rekordchampion die Meisterschaft nun aus eigener Kraft perfekt machen. Der noch titellose Torjäger Harry Kane muss dann aber wegen einer ärgerlichen Gelb-Sperre zuschauen. 

Jubilar Thomas Müller und der FC Bayern müssen sich noch mit den Meister-Feierlichkeiten gedulden.
Jubilar Thomas Müller und der FC Bayern müssen sich noch mit den Meister-Feierlichkeiten gedulden.© Peter Kneffel/dpa | Peter Kneffel

Die Leverkusener Mannschaft von Trainer Xabi Alonso gewann parallel mit 2:0 (2:0) gegen den FC Augsburg. Drei Spieltage vor dem Saisonende besteht damit zwar noch eine rechnerische Chance auf die Titelverteidigung, angesichts von acht Punkten Rückstand auf Rekordmeister Bayern München aber nur noch eine minimale.

Vor 29.563 Zuschauern in der Leverkusener Arena sorgten die Tore von Patrik Schick (13. Minute) und Emiliano Buendia (45.+1) nach zwei sieglosen Spielen in Serie wieder für einen Erfolg der Werkself. Für Augsburg bedeutete die Niederlage das Ende einer starken Serie: Erstmals in diesem Jahr mussten die Fuggerstädter auswärts eine Niederlage hinnehmen. Nach zuvor acht Auswärtssiegen in Serie ließ die Pleite die Hoffnungen auf eine Qualifikation für das internationale Geschäft deutlich schwinden.

Freiburg mit Big Point gegen Wolfsburg

Der SC Freiburg hat die sportliche Krise des VfL Wolfsburg weiter verschärft. Der Europapokal-Kandidat gewann nach 65-minütiger Überzahl mit 1:0 (0:0) in der Volkswagen Arena und steht nun in der Fußball-Bundesliga genau dort, wo die Wolfsburger schon seit 2021 vergeblich hinwollen: Auf einem Tabellenplatz, der vor den letzten drei Spieltagen noch alle Möglichkeiten auf einen Champions-League-, Europa-League- oder zumindest Conference-League-Rang lässt.

Vor 23.145 Zuschauern sah Maximilian Arnold schon in der 26. Minute die Rote Karte. Wolfsburgs Kapitän hatte Freiburgs Stürmer Junior Adamu mit offener Sohle am Sprunggelenk getroffen und Schiedsrichter Sven Jablonski korrigierte seine Entscheidung nach Einsatz des Videobeweises von Gelb auf Rot. Trotzdem dauerte es bis zur 49. Minute, ehe Max Rosenfelder mit seinem ersten Bundesliga-Tor zum 1:0 traf. (mit dpa/sid)