Wenn Olympiasiegerinnen sich als Freundinnen gegenüberstehen, zwei der größten Rivalen des europäischen Fußballs sich auf dem Siegerpodest wiederfinden, kann es sich beim Anlass dafür nur um den Laureus Award handeln. Im Palacio de Cibeles von Madrid wurden am Montagabend die Sport-Oscars verliehen.

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Stabhochsprung-Ass Armand „Mondo“ Duplantis ist der neue Weltsportler des Jahres, Ausnahme-Turnerin Simone Biles wurde als Weltsportlerin zum vierten Mal ausgezeichnet und stellte den Rekord von Tennis-Ikone Serena Williams ein. Außerdem wurden geehrt: Fußballer Lamine Yamal vom FC Barcelona (Durchbruch), Turnerin Rebeca Andrade (Comeback nach drei Kreuzbandrissen), Schwimmerin Jiang Yuyan (Weltsportlerin mit einer Behinderung), Real Madrid (Mannschaft), Mountainbiker Tom Pidcock (Actionsportler), das Fußballprogramm Kick4Life aus Lesotho (Wohltätigkeit), Tennislegende Rafael Nadal und Surf-Ikone Kelly Slater (Ehren-Laureus).

Laureus-Awards zum zweiten Mal in Madrid

Die Awards standen in diesem Jahr in einem besonderen Licht, feierten sie doch 25-jähriges Bestehen. Seit 2000 werden sie an die größten Athleten und Athletinnen des Vorjahres vergeben. Nelsen Mandela war es, der bei der Gründung von Laureus im Jahr 2000 sagte: „Der Sport hat die Macht, die Welt zu verändern.“

Zum sechsten Mal fanden die Sport-Oscars in Spanien statt – zum zweiten Mal in Madrid. Und die Hauptstadt hatte sich am Osterwochenende herausgeputzt, um die Sportgrößen, aber auch einflussreichen Persönlichkeiten zur großen Gala zu empfangen. „Ich bin immer geehrt, dass ich Teil der Laureus-Familie sein darf, ich bin ja eines von 42 Gründungsmitgliedern, und es ist jedes Jahr ein bisschen wie Weihnachten. Man freut sich unheimlich auf die Laureus-Familie, die anderen Stars, Legenden und Newcomer. Das ist immer eine große Ehre für mich, dabei sein zu dürfen.“

Laureus-Awards: Duplantis von Usain Bolt geehrt

Millionen von Menschen verfolgten die Verleihung weltweit live, internationale Medien berichteten von vor Ort. Auf dem Roten Teppich zeigten sich die Stars des Abends aufgeregt. Der spätere Gewinner Duplantis – Olympiasieger und Stabhochsprung-Weltrekordhalter mit sagenhaften 6,27 Metern – fühlte sich geehrt, allein von der Nominierung. Nach seiner Auszeichnung, bei der er auch vom ehemaligen Sprint-Superstar Usain Bolt gewürdigt wurde, sagte er: „Ich fühle mich unglaublich geehrt, meinen ersten Laureus-Weltsportler-Award in der Sportmetropole Madrid gewonnen zu haben und von dem großartigen Usain Bolt geehrt zu werden, dem ich als zweiter Leichtathlet, der diesen Award gewonnen hat, nacheifere.“

Mondo Duplantis unse seine Verlote Desiré Inglander auf dem Roten Teppich bei den Laureus-Awards in Madrid.
Mondo Duplantis unse seine Verlote Desiré Inglander auf dem Roten Teppich bei den Laureus-Awards in Madrid. © Getty Images for Laureus | Angel Martinez

Überreicht bekam er die Trophäe von Vorjahressieger und Tennis-Dominator Novak Djokovic. „Ich werde nie vergessen, wie ich diesen wunderschönen Laureus von dem großartigen Novak Djokovic erhalten habe“, sagte Duplantis. „Ich trete in die Fußstapfen von Giganten wie Novak, Usain, Rafael Nadal und Lionel Messi. Die Liste der bisherigen Preisträger ist wie eine Geschichte der sportlichen Größe der letzten 25 Jahre.

Bayer Leverkusen verpasst Auszeichnung

Turn-Ass Simone Biles schwärmte: „Ich habe diese Auszeichnung 2017 zum ersten Mal gewonnen und seitdem ist Laureus ein Teil meiner Geschichte. Ich teile die Überzeugung, dass Sport die Kraft hat, die Welt zu verändern. Das kann ein kleines Mädchen sein, das jemanden wie mich im Fernsehen sieht und beschließt, dass sie das auch kann. Oder es kann die unglaubliche Arbeit sein, die Laureus Sport for Good seit 25 Jahren auf der ganzen Welt leistet.“

Biles genoss in Madrid eine besondere Zeit – die sie auch mit ihrer Konkurrentin und Freundin Rebeca Andrade verbrachte. Beide besuchten am Sonntag gemeinsam mit weiteren Laureus-Stars das Spiel von Real Madrid. Am Montag standen sie dann beide mit Trophäen auf der Laureus-Bühne: Die aus armen Verhältnissen in Brasilien stammende Andrade wurde nach ihrem Olympia-Gold im Bodenturnen, das sie sich nach schweren Kreuzbandrissen und quälender Reha-Maßnahmen, hart erkämpft hatte mit dem Comeback-des-Jahres-Award ausgezeichnet. Die Freundinnen strahlten auf dem Roten Teppich von Madrid gleichermaßen.

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Bayer Leverkusen, nominiert in der Kategorie „Durchbruch“, zog indes den Kürzeren: Der Double-Sieger unterlag dem Super-Teenager Lamine Yamal (17), der mit dem FC Barcelona gerade den BVB aus der Champions League gekegelt hat und im vergangenen Jahr Spanien mit gerade einem 16 Jahren zum EM-Titel geführt hatte. „Es ist für uns etwas ganz Besonderes, auf dieser internationalen Bühne dabei zu sein – und für so viel Attraktivität gesorgt zu haben“, sagte Simon Rolfes, Sportdirektor von Bayer Leverkusen.