Carney Chukwuemeka musste nicht lang überlegen, wohin ihn sein Jubellauf führen sollte: in die Sonne, zu den Fans von Borussia Dortmund. Der Engländer riss aber vorher beide Finger in die Luft, zeigte gegen Himmel. Der gläubige Christ wusste, wo er sich bedanken musste. Für den 4:1 (1:0)-Sieg des BVB beim SC Freiburg. Und eine eigene Leistung, die Lust auf mehr machte beim 21-Jährigen, der einen schwierigen Start im Ruhrgebiet hatte.

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Erleichterung aber dürfte beim gesamten Klub zu spüren sein. Die Dortmunder feierten den zweiten Sieg in Serie und sind endgültig zurück im Rennen um die Europapokal-Plätze. Die Tore vor 34.700 Zuschauerinnen und Zuschauern schossen Karim Adeyemi (34.), Chukwuemeka (51.) und die eingewechselten Serhou Guirassy (68.) und Jamie Gittens (78.). Maximilian Eggestein betrieb aus Freiburger Sicht Ergebniskosmetik (89.). Weiter geht es am Mittwoch im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Barcelona – mit ganz viel neuem Selbstvertrauen im Gepäck.

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BVB gegen Freiburg: Niko Kovac muss auf drei Positionen tauschen

Trainer Niko Kovac musste nach dem stimmungserhellenden 3:1 über Mainz am vergangenen Sonntag seine Startelf auf drei Position umbauen. Nico Schlotterbeck und Yan Couto waren die Reise in den Breisgau ja nicht angetreten, nachdem sie sich gegen Mainz ihre fünfte Gelbe Karte abholten. Für Schlotterbeck begann Ramy Bensebaini als linker Innenverteidiger, Couto wurde durch Julian Ryerson ersetzt, der auf die rechte Seite wechselte. Dafür stand Daniel Svensson als Linksverteidiger in der Anfangsformation.

Der dritte Wechsel kam überraschend: Winter-Leihgabe Carney Chukwuemeka gab nach andauernden Fitnessproblemen sein Startelf-Debüt. Salih Özcan saß draußen. Folgen hatte diese Veränderung auch für Spielmacher Julian Brandt, der diesmal etwas tiefer agierte. Er sollte neben Pascal Groß vor der Abwehrreihe den Strategen geben.

SC Freiburg - Borussia Dortmund
Gab Anweisungen, hier an Karim Adeyemi: BVB-Trainer Niko Kovac. © DPA Images | Tom Weller

Diese war in den vergangenen Wochen häufig gelobt worden, die Umstellung von Kovac zu einer Dreikette fruchtete schließlich. In Freiburg aber, wo die Sonne bei 20 Grad Frühlingsgefühle auslöste, wackelte sie zu Beginn des Spiels mehrfach. Vor allem die linke BVB-Seite, wo Svensson mit Bensebaini verteidigte, wackelte, woraus Freiburg aber kein Kapital schlagen konnte. Die größte Chance hatten die Gastgeber nach einem feinen Pass von Patrick Osterhage in die Schnittstelle, Jordy Makengo legte quer, doch Junior Adamu vergab kläglich (14.). Glück für ihn: Makengo stand vorher im Abseits.

BVB überzeugt gegen Freiburg im ersten Durchgang durch Kaltschnäuzigkeit

Der BVB derweil blieb unter seinen Möglichkeiten, die er gegen Mainz mal wieder gezeigt hatte, tat sich schwer, obwohl gerade durch das pfeilschnelle Stürmer-Duo Maximilian Beier und Karim Adeyemi Freiburgs Abwehr in Bredouille zu bringen war. Aber die Dortmunder verblüfften durch Kaltschnäuzigkeit – und das 1:0 (34.). Nach einem Ballgewinn von Bensebaini ging es ganz schnell über den Rasen, Ryerson flankte unbedrängt von Makengo. Die Hereingabe wurde geklärt, aber der Ball landete bei Groß. Der schoss, Beier blockte unfreiwillig, und Adeyemi staubte ab.

SC Freiburg - Borussia Dortmund
Schoss das 1:0 für den BVB: Karim Adeyemi.© DPA Images | Tom Weller

Es war eine recht lahme erste Halbzeit, doch diese Partie sollte noch Fahrt aufnehmen. Beinahe nämlich wäre Dortmunds Führung schon mit Beginn der zweiten Halbzeit Makulatur gewesen. 30 Sekunden nach Wiederanpfiff war sich Torwart Gregor Kobel Freiburgs Ritsu Doan entgegen, Bensebaini klärte auf der Linie. Und kurz darauf? Da ließen sich die Freiburger überlaufen. Beier spielt zu Chukwuemeka, der schoss einfach mal, und Philipp Lienhart fälschte unglücklich ab. Torwart Florian Müller, der den verletzten Stammkeeper Noah Atubolu ersetzte, hatte keine Chance (51.). Auf der Gegenseite musste Kobel gleich wieder klären. Plötzlich war Zug drin.

BVB gegen Freiburg: Die Joker Serhou Guirassy und Jamie Gittens treffen

In der 61. Minute wechselte Kovac. Guirassy und Özcan kamen für den angeschlagenen Bensebaini, der leicht vom Platz humpelte und den wieder agilen Beier. Mittelstürmer Guirassy hatte nach Ablage von Adeyemi Sekunden später das dritte Tor auf dem Fuß. Und sieben Minuten später durfte er dann tatsächlich jubeln.

Dem voraus ging eine echte Hingucker-Aktion von Chukwuemeka, der gleich drei Freiburger austanzte und Brandt in die Tiefe schickte. Der passte rüber zu Guirassy – 3:0 (69.). Die Partie war entschieden. Jamie Gittens legte noch das vierte Tor nach (78.). Freiburg Ehrentreffer durch Eggestein spielte keine Rolle mehr.