Während die Schweizer Fans auf den Rängen schon jubelten, zögerte ihr Held des Abends noch einen Augenblick. Torwart Yann Sommer blickte kurzzeitig etwas ungläubig umher. Als wollte der 32-Jährige fragen: Muss der Elfmeter von Kylian Mbappé wiederholt werden? Musste er nicht − alles regulär! Als auch Sommer Gewissheit hatte, dass die Eidgenossen durch seine Parade im Showdown dieses spektakulären Duells in Bukarest den Weltmeister Frankreich bezwungen hatten, spurtete der Schlussmann von Borussia Mönchengladbach mit ausgebreiteten Armen in Richtung Fankurve. Seine Mitspieler stürzten sich auf ihn, gemeinsam feierten sie den ersten Schweizer Viertelfinal-Einzug bei einer Fußball-EM.

„Im Moment fühle ich alles, was da drin ist. Ich bin megastolz auf die Mannschaft, wie wir das gemacht haben. Das ist traumhaft“, sagte Sommer: „Die Art und Weise war hervorragend, wir haben gegen eine unglaubliche Mannschaft gespielt, wo in zwei Minuten eigentlich alles kaputt geht. Wie wir zurückgekommen sind und daran geglaubt haben, das ist unfassbar. Unfassbar!“ Nach 120 dramatischen Minuten hatte es 3:3 (3:3, 1:0) gestanden. Ausgerechnet Superstar Mbappé von Paris Saint-Germain scheiterte beim zehnten und letztlich entscheidenden Schuss an Sommer. Außenseiter Schweiz siegte denkwürdig mit 8:7 nach Elfmeterschießen.