Regionalliga

„09 statt Böller“ – jetzt müssen kleine Spenden helfen

Ist der Flutlichtmast des Lohrheide-Stadions demnächst auch nur noch ein Relikt aus der Vergangenheit?

Ist der Flutlichtmast des Lohrheide-Stadions demnächst auch nur noch ein Relikt aus der Vergangenheit?

Foto: Bernd Thissen/dpa

Wattenscheid.   Wieder ist eine zugesagte Spende nicht wirklich angekommen bei der von Insolvenz bedrohten SG Wattenscheid 09.

Geht es nach einigen Fans der SG Wattenscheid 09, dann steht der Jahreswechsel unter einem für den Verein besonderen Motto. „09 statt Böller“ fordern Anhänger und verzweifelt kämpfende Unterstützer des Regionalligisten, zu dessen Rettung immer noch rund 260.000 Euro fehlen. Das eigentlich für das Silvester-Feuerwerk eingeplante Geld soll also dem Sammelkonto zu Gute kommen. Das wären verglichen zur Gesamtsumme allerdings deutlich kleinere Beträge.

Sie sind aber notwendig. Denn schon wieder hat ein vermeintlich großzügiger Geldgeber seine Zusage zurückgezogen. Auf der Internet-Plattform, auf der Spenden gesammelt und außergewöhnliche Prämien angeboten werden, ist die Namensnennung des VIP-Raums im Lohrheidestadion wieder verfügbar. Damit fehlen auf dem virtuellen Konto 7000 Euro.

Schon der zweite Rückschlag

Damit aber noch lange nicht genug der schlechten Nachrichten: In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag sank der Kontostand um insgesamt rund 20.000 Euro. Ein erneuter Rückschlag. Denn in der Woche vor Heiligabend zog ein auf den ersten Blick großzügiger Spender die Zusage, einen sechsstelligen Betrag zur Verfügung zu stellen, wieder zurück. Ein übler Scherz – aber eben keine strafrechtlich relevante Tat.

Denn jeder, der über die Crowdfunding-Plattform spendet oder eine Prämie kauft, hat ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Mehr als 1400 Unterstützer haben sich bereits zusammengefunden, etwas mehr als 90.000 Euro stehen – bezogen auf die bisherigen Zusagen – bereits zur Verfügung.

Zu diesen Beträgen rechnen die Organisatoren der Kampagne auch den Erlös aus dem Verkauf eines von Ex-Spieler Daniel Keita-Ruel getragenen Trikots vom DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Heidenheim.

Das Relikt eines weiteren ehemaligen Wattenscheiders ist noch zu haben - eine von Manchester-City-Profi Leroy Sané signierte Kappe. Kostenpunkt: 299 Euro.

Mit Blick auf die am 14. Januar ablaufende Frist wird es für die SGW allmählich eng. Denn wenn zum Ablauf der gemeinschaftlichen Finanzierung nicht die dringend benötigte Summe von 350.000 Euro zur Verfügung steht, droht dem Verein nach Aussagen der Verantwortlichen das endgültige Aus.

Den Viertligisten plagen wohl immer noch Altlasten aus längst abgelaufenen Spielzeiten. Zudem benötigt der ehemalige Bundesligist die Summe, um ausstehende Spielergehälter sowie Beiträge zu Krankenkassen und Berufsgenossenschaften zu begleichen.

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