Das Horizontalobservatorium auf der Halde Hoheward in Herten soll bis Ende 2027 für rund sieben Millionen Euro saniert werden. Das beschloss das Ruhrparlament am Freitag.

Geplant ist, Teile der beiden Himmelsbögen abzureißen und zusätzliche Schwingungsdämpfer einbauen, bevor das Bauwerk in der selben Optik wieder komplettiert wird. Zusätzlich sollen zwei neue, diesmal gebogene Stützen den sogenannten Äquatorbogen sichern.

Sonnenuntergang im Ruhrgebiet
Feiern mit Weitblick: Auf der Halde Hoheward gibt es zahlreiche Events im Schatten der Observatoriumsbögen, wie das „Sunset-Picknick", die bis zu 15.000 Menschen auf die Halde locken. Foto: Marcel Kusch/dpa ++ © picture alliance / dpa | Marcel Kusch

Messanlage bestätigt starke Schwingungen

„Seit zwei Jahren erfasst eine Messanlage am Bauwerk die Windgeschwindigkeiten und Schwingungen der Bögen. Diese Messdaten haben bestätigt, dass die Windbelastung sehr hoch ist und zeitweise starke Schwingungen des Bauwerks verursacht“, sagt der Regionalverband, dem die Halde und das Horizonalobservatorium gehören.

Die Ausschreibung für die Arbeiten soll bis Ende 2025 erfolgen, bis Ende 2027 könnte die Sanierung abgeschlossen sein, hieß es beim RVR, der mit einem Fachplanungsbüro Zeitplan und Sanierungsumfang erarbeitet hat. Dabei war auch die Summe von rund sieben Millionen Euro ermittelt worden, die angesichts des Bauumfangs von den Planer für ausreichend erachtet wird.

Der Regionalverband Ruhrgebiet erhält nach einem 16-jährigen Rechtsstreit insgesamt 4,1 Millionen Euro. Zahlen müssen das Geld die Stahlbaufirma, der Architekt und der Windgutachter sowie zwei weitere Beklagte, die 2008 am Bau des Horizontalobservatoriums auf der Hertener Halde Hoheward beteiligt waren.

Blick bis zum Rheinturm nach Düsseldorf

Die beiden Stahlbögen, ein 45 Meter hoher Horizontal- und ein ebenso breiter Äquatorialbogen bilden neben einer Sonnenuhr mit einer Grundfläche von 3000 Quadratmetern die unverkennbare Landmarke auf der 152 Meter hohen Halde, die über 20 Jahre hinweg mit rund 160 Millionen Tonnen unbrauchbarem Gestein aus drei benachbarten Zechen aufgetürmt wurde. Die Landmarke ist von der A2 und von der A43 zu sehen, und vor ihrem Plateau kann man bei klarer Sicht bis Düsseldorf blicken.

Die beiden mächtigen Stahlbögen waren 2008 beim Bau im Kreuzungspunkt zusammengeschweißt worden, doch die Verbindung riss innerhalb weniger Wochen – Stahl arbeitet. Ein Spaziergänger entdeckte den Riss, das Bauwerk wurde im Januar 2009 gesichert, seitdem stützen zwei hohe Gittermasten behelfsmäßig den gerissenen Äquatorialbogen. Der Bereich rings um das Horizontalobservatorium ist gesperrt. Begehbar sind aber die Landschaftsbalkone entlang der Kante des Haldenplateaus, die Wanderwege sowie die Sonnenuhr.

Ausschreibung soll noch 2025 erfolgen

Apropos Zeit: Wann mit der Sanierung begonnen wird, steht noch in den Sternen. Vielleicht klappt es bis zur Eröffnung des früheren Zechenbahntunnels, der die Halde seit ihrer Aufschütung unterquert. 2027 sollen Radfahrer und Fußgänger den Tunnel nutzen können. Bis zum Ende des Jahres will der RVR die Ausschreibung für die erforderlichen Arbeiten für die Sanierung auf den Weg bringen.