Bei den NRW-Kommunalwahlen am 14. September 2025 gilt im Ruhrgebiet eine Besonderheit: Rund vier Millionen Menschen in der Region erhalten einen zusätzlichen Stimmzettel, mit dem sie das nächste Ruhrparlament wählen. Die wichtigsten Antworten dazu:
Was ist das Ruhrparlament?
Das Ruhrparlament ist die Verbandsversammlung des Regionalverbands Ruhr (RVR). Der RVR kümmert sich um regionale Radwege, die Halden und Revierparks, er ist Projektträger etwa der Ruhr Games, zugleich einer der größten kommunalen Waldbesitzer Deutschlands und holt 2027 die Internationale Gartenausstellung ins Ruhrgebiet. Zu den Aufgaben des RVR gehören Regionalplanung, Umweltschutz und die Förderung von Kultur, Tourismus und Wirtschaft. Das Ruhrparlament steuert die Arbeit des RVR, entscheidet über dessen Haushalt und legt dadurch Schwerpunkte fest. Eines der wichtigsten Themen war zuletzt der Regionalplan Ruhr. Er weist aus, wo im Ruhrgebiet Gewerbe, Wohnen oder Grünflächen geplant werden können.
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Wer wählt das Ruhrparlament?
Über viele Jahre haben die Stadträte bestimmt, welche Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker im Ruhrparlament mitentscheiden. 2025 werden die Mitglieder erst zum zweiten Mal direkt von den Wahlberechtigten in den vier Kreisen und elf kreisfreien Städten des Ruhrgebiets gewählt. Wahlberechtigt sind mehr als vier Millionen Menschen. Dazu zählt, wer mindestens 16 Jahre alt ist und die Staatsbürgerschaft Deutschlands oder eines EU-Mitgliedstaates besitzt.
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Wie wird das Ruhrparlament gewählt?
Der Stimmzettel für die Ruhrwahl ist violett. Man erhält ihn zusammen mit den anderen Stimmzetteln im Wahllokal bzw. der Sofortwahlstelle. Jeder Wahlberechtigte hat bei der Ruhrwahl eine Stimme. Man stimmt für eine Partei.
Wer will ins nächste Ruhrparlament?
Für die Wahl am 14. September haben sich 17 Parteien aufstellen lassen. Je mehr Stimmen eine Partei erhält, umso mehr Politikerinnen und Politiker auf der Liste der Partei ziehen ins Ruhrparlament ein. Insgesamt stehen 338 Bewerber auf den Wahllisten, die online einzusehen sind Bei der Wahl des Ruhrparlaments greift eine Sperrklausel von 2,5 Prozent.
Das Ruhrparlament hat 91 Sitze. Zum aktuellen Parlament gehören sechs Fraktionen. SPD und CDU arbeiten seit 2020 in einer Koalition zusammen.

Wofür stehen die Parteien bei der Ruhrwahl 2025?
Die SPD stellt in ihrem Wahlprogramm zum Ruhrparlament Wirtschaft und Arbeit voran. Sie will das Ruhrgebiet zur grünsten Industrieregion der Welt entwickeln und eine Bewerbung zur Europäischen Jugendhauptstadt vorantreiben. Die CDU will „Synergieeffekte zwischen RVR und Kommunen stärken“ und eine Wirtschaftskonferenz Ruhr etablieren.
Wahlprogramme der Parteien
- SPD: Gemeinsam für dein Ruhrgebiet
- CDU: Chancenregion Ruhr - Ermöglichungsbehörde RVR
- Grüne: Gemeinsam aufblühen - Mit Grün ins Ruhrgebiet von morgen
- Linke: Grünes Ruhrgebiet – sozial, solidarisch, vielfältig und für alle
- FDP: Für ein aufstrebendes Ruhrgebiet!
- Es treten darüber hinaus an: AfD, Die Partei, Partei für Tierschutz, Volt, AUF-Ruhr, BSW, Die Gerechtigkeitspartei, Die Heimat, Familien-Partei Deutschlands, GUT – Gelsenkirchener Union für Teilhabe, Partei der Humanisten, Wähler-Initiative Nordrhein-Westfalen
Unter den weiteren im aktuellen Parlament vertretenen Parteien stellen die Grünen den Nahverkehr voran und sie wollen sich für eine einheitliche Verkehrsplanung von Bus und Bahn über Stadtgrenzen hinweg einsetzen. Die Linke wollen den RVR stärken und Aufgaben der drei Bezirksregierungen an ihn übertragen. Die FDP will eine Nahverkehrsgesellschaft für das Ruhrgebiet schaffen und eine „Ufer Offensive“ starten, um Wasserflächen für die Bevölkerung zu zugänglich zu machen. Das Wahlprogramm der AfD ist online nicht abrufbar. Auf einem Flyer fordert die Partei einen Versiegelungsstopp der Städte, sie will Windkraft eindämmen und Gewerbeflächen sichern.
Der RVR hat eine Wahlhilfe online gestellt, damit sich Wählerinnen und Wähler einen Überblick über die Parteien machen können.




