Macht Radfahren noch Spaß? Oder ist es purer Stress? Wird man als Radfahrer oder Radfahrerin im Straßenverkehr akzeptiert? Oder im besten Fall nur noch toleriert? Im Ruhrgebiet schneiden die Radwege in vielen Städten schlecht ab. Das zeigt der neue Fahrradklima-Test des ADFC in NRW, der am Dienstag (17.6.) in Düsseldorf vorgestellt wurde.
„In vielen nordrhein-westfälischen Städten gibt es noch deutlich Luft nach oben“, sagte Susanne Niemann, Landesvorsitzende des ADFC in NRW. Vor allem in Ballungszentren wie dem Ruhrgebiet oder dem Rheinland müsse bei den Radwegen dringend nachgebessert werden.
Kritik: Radwege sind zu oft zugeparkt
Mehr als 55.000 Radfahrerinnen und Radfahrer haben hierzulande über die Fahrradfreundlichkeit ihrer Städte abgestimmt, über 250 Städte haben es in den auswertbaren Bereich geschafft. Im Ruhrgebiet schneiden gleich drei größere Städte bundesweit mit am schlechtesten ab: Duisburg, Essen und Dortmund.
„Bei diesen Städten geht es vor allem um schlechte Verkehrssicherheit“, sagte Marc Zietan vom ADCF NRW am Dienstag in Düsseldorf. So bemängelten die Befragten fehlende durchgehende Radverbindungen, außerdem seien Radwege oft zugeparkt. „Das gefährdet die Sicherheit massiv“, so Zietan. Viele Radwege sind laut Umfrage zudem häufig marode oder deutlich zu schmal.
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Und doch gibt es Hoffnung: In ein paar Städten an Rhein und Ruhr hat sich die Situation im Vergleich zu 2022 verbessert. Zu den in der Umfrage beschriebenen „Aufholer-Städten“ gehören unter anderem Bochum, Siegen und Witten. Diese Städte haben in den vergangenen Jahren mehr in den Radverkehr investiert und so etwa besseren Zugang zu den Innenstädten geschaffen oder Schulstraßen errichtet.
Münster auf Platz Eins der fahrradfreundlichsten Städte
Auf Platz Eins der bundesweit fahrradfreundlichsten Städte liegt Münster – in der Städtekategorie von 200.000 bis 500.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Gewinnerstädte mit über 500.000 Einwohnern sind Bremen, Hannover und Frankfurt.
Geht es um ein „gutes Miteinander im Verkehr“ ist die Stadt Aachen unter den Spitzenreitern. „Hier haben Verkehrsteilnehmer eine hohe Toleranz gegenüber Radfahrerinnen und Radfahrern“, sagte Susanne Niemann. „Im Straßenverkehr fühlen sie sich daher sicher und gesehen.“
„Wenn wir Fahrradland Nummer Eins werden wollen, gibt es noch einiges zu tun“
Die Radexpertin fügt hinzu: „Wenn wir Fahrradland Nummer Eins werden wollen, gibt es noch einiges zu tun.“ Es brauche flächendeckend sichere und durchgehende Radwegnetze, viele Wege müssten saniert und in die Breite ausgebaut werden. Zudem gehe es nicht nur um bauliche Maßnahmen: Auch Falschparker-Kontrollen müssten verstärkt durchgeführt werden. Laut den Befragten sei außerdem ein zuverlässiger Winterdienst wichtig. Susanne Niemann: „Durch entsprechende Erlasse durch die Landesregierung sollten die Kommunen in ihren Vorhaben besser unterstützt werden.“
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Was die Klimaziele angeht, seien Deutschland und NRW eher ins Hintertreffen geraten, sagt Marc Zietan. „Investitionen in Radwege können also auch Investitionen ins für das Klima sein und helfen, die Ziele besser zu erreichen.“




