„Ich spüre seine Hände noch auf mir“: Für eine Recherche zu Kinderprostitution in Dortmund wird die WAZ-Reporterin Sophie Sommer (29) mit dem Wächterpreis der Tagespresse ausgezeichnet. Der erste Preis für den Artikel in der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) ist mit 10000 Euro dotiert, wie die Stiftung Freiheit der Presse in Bad Vilbel bei Frankfurt mitteilte.
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„Die aufwendig recherchierte und glänzend geschriebene Arbeit legt Abgründe offen, die sich so oder ähnlich in vielen Großstädten zeigen ließen, aber in der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt bleiben“, begründete die Jury ihre Entscheidung.
Die Autorin wahre in der Reportage über Kinderprostitution in Dortmund die gebotene Mischung von Nähe und Distanz und trenne Fakten von nicht nachprüfbaren Schilderungen, teilte die Stiftung „Freiheit der Presse“ am Dienstag, 27. Mai mit. Die Recherche von Sommer war auf mehreren Seiten in der gedruckten Ausgabe vom 31. August 2024 in der großen Wochenende-Beilage veröffentlicht worden sowie am 30. August 2024 online auf www.waz.de.
Wächterpreis zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für Journalismus
Der Wächterpreis der Tagespresse zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für Journalismus in Deutschland. Die Stiftung vergibt ihn seit 1969. Gewürdigt werden mit dem Preis Journalisten und Redaktionen, die Missstände aufdecken und darüber berichten.
Der zweite Preis und 6000 Euro gehen in diesem Jahr an Sönke Iwersen und Volker Votsmeier vom „Handelsblatt“, die ein Porträt über die damals im Cum-Ex-Skandal ermittelnde Staatsanwältin Anne Brohilker und ihren Kampf gegen Widerstände geschrieben („Die Demontage“) haben. Beim Cum-Ex -Skandal hatten Finanzakteure Aktien mit („cum“) und ohne („ex“) Dividendenansprüche hin und her transferiert, so dass am Ende Steuern erstattet wurden, die gar nicht gezahlt worden waren. Dem deutschen Staat entstand dadurch ein Schaden in Milliardenhöhe.
Mit dem dritten Preis und 4000 Euro wird Julia Rathcke von der „Rheinischen Post“ geehrt. Sie hatte in „Auf Lügen gebaut“ aufgedeckt, wie ein AfD-Landtagsabgeordneter seinen Lebenslauf in Teilen frei erfunden hatte. Eine unabhängige Jury unter dem Vorsitz des Chefredakteurs der „Rheinischen Post“, Moritz Döbler, wählte die Preisträger aus. Die Preise werden am 30. Juni im Frankfurter Rathaus Römer überreicht.
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Sophie Sommers Reportage wurde seit dem Erscheinen bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet – darunter der Reporter:innenpreis (als Best Newcomer*), der Heinrich Heine-Journalismuspreis und der Eckensberger-Preis für Nachwuchsjournalisten. Die Konrad Adenauer Stiftung würdigte die Recherche mit dem 2. Platz des Deutschen Lokaljournalistenpreises. Zudem ist „Ich spüre seine Hände noch auf mir“ für den Theodor-Wolff-Preis nominiert. (red)




