„Mama, was ziehst du an, wenn du in den Himmel gehst?“ Das sind die Worte eines kleinen Mädchens. Seine Mutter hat Krebs. Ungewiss ist, ob sie diesen überleben wird. Die Familie nimmt sich eine Auszeit an der See. Ermöglicht hat das die Essener Annette-Rexrodt-von-Fircks-Stiftung. „Krebs betrifft die ganze Familie“, sagt Maitreya Gipser, Sprecherin der Stiftung. Die Worte des kleinen Mädchens berühren sie noch heute. „Diese Ausnahmesituation kann zu körperlichen und seelischen Belastungen bei allen Familienangehörigen führen, vor allem bei Kindern“, sagt sie. Ihre Stimme stockt. Auch Maitreya Gipser hat ihre Mutter an Krebs verloren.

Die 2006 von der Stiftung entwickelten Rehabilitations- und Kurprogramme sollen Krebspatientinnen und ihre Familien in der Krise stärken. „Die Arbeit mit den Menschen hier gibt mir Halt“, sagt Maitreya Gipser. Für diese wurde die Gründerin der Stiftung, Annette Rexrodt von Fircks, vor fast zehn Jahren als Erste mit der „Goldenen Bild der Frau“ ausgezeichnet. Mittlerweile gibt es bereits über 100 Preisträgerinnen.

Katja Burkhard: „Kleine Initiativen müssen in der Gesellschaft sichtbarer werden“

Mit dem Preis werden Frauen für ihr besonderes gesellschaftliches Engagement gewürdigt – auch in diesem Jahr. „Wenn ich hier in die Runde schaue, sehe ich, mit welcher Überzeugung, Kraft und Kreativität die Frauen ihre Projekte stemmen. Davor kann ich nur den Hut ziehen“, sagte Julia Becker, Verlegerin und Gesellschafterin der FUNKE Mediengruppe, am Mittwoch bei einem Austausch mit den Preisträgerinnen in der FUNKE-Zentrale in Essen. Zu ihr gehört auch die Zeitschrift „Bild der Frau“, die jährlich den Preis für soziales Engagement an Frauen vergibt.

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Bei den sogenannten „Goldgesprächen“ tauschte sich Julia Becker mit RTL-Moderatorin Katja Burkard und Gonca Türkeli-Dehnert, NRW-Staatssekretärin im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, über mehr Sichtbarkeit von Frauen aus, die sich mit ihren Projekten für andere Menschen einsetzen. „Vor allem kleine Initiativen sind in der Gesellschaft häufig noch unsichtbar. Das müssen wir ändern. Hier geht es um soziale Verantwortung“, sagte Katja Burkard am Mittwoch.

GOLD Gespräch mit Julia Becker in der FUNKE Lounge
Funke-Gesellschafterin Julia Becker (r.) tauscht sich mit RTL-Moderatorin Katja Burkard (l.) und NRW-Staatssekretärin Gonca Türkeli-Dehnert über mehr Sichtbarkeit von Frauen aus, die sich sozial engagieren. © FUNKE Foto Services | Andreas Buck

Maitreya Gipser ist an diesem Abend stellvertretend für Annette Rexrodt von Fircks gekommen. Die Gründerin der gleichnamigen Stiftung ist im vergangenen Jahr mit 62-Jahren gestorben – nachdem sie jahrzehntelang gegen den Krebs gekämpft hatte.

Krebshilfe: Essener Stiftung konnte 14.000 Familien behandeln

„Viele Familien kommen kaputt bei uns an“, sagt Maitreya Gipser. „Sie sind ausgelaugt von den vielen Therapien, einige haben ihren Lebensmut schon fast verloren.“ Sie erinnert sich an ein elfjähriges Mädchen, das seine an Krebs erkrankte Mutter zur Reha begleitete. „Es war ganz blass und völlig verängstigt. Doch an dem Tag, als die Mutter wieder entlassen wurde, musterte das Mädchen sie und sagte plötzlich: ‚Mama, jetzt weiß ich, dass du nicht mehr sterben musst`.“

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Maitreya Gipser wischt sich über die Augen. Dann sagt sie: „Trotz ihrer eigenen schweren Krankheit hat es Annette geschafft, anderen betroffenen Frauen Mut zu schenken. Sie hat ihre Kinder groß gezogen. Und sie hat mit ihrer Initiative die von ihr so genannten „Womos“, also Wohlfühlmomente, für die ganze Familie ins Leben gerufen.“ Inzwischen konnte die Stiftung 14.000 Familien helfen.

Und das, so sagt es Maitreya Gipser, liege auch an der Sichtbarkeit, die das Projekt durch die Auszeichnung der „Goldenen Bild der Frau“ bekommen hat. An diesem Abend steht sie stellvertretend für die vielen, teils noch unsichtbaren Frauen, die mit ihrem Einsatz einen Beitrag in der Gesellschaft leisten wollen.