Tiiief einatmen – und ausatmen, einfach mal los lassen und Kraft tanken. Das Wallfahrtsstädtchen Kevelaer hat sich aufgemacht, seine von vielen Wallfahrts-Generationen gestärkten spirituellen Talente mit einem durchaus geerdeten und professionell aufgebautem Wohlfühlprogramm Leib und Seele auch nicht so frommer Erholungssuchender zu harmonisieren.
Start und Ziel: der Solegarten

Rund um den Solegarten St. Jakob mit seinem Gradierwerk und den unlängst eingeweihten medizinisch-therapeutischen Atemwegen (wir berichteten) locken nun fein ausgeschilderte „Vitalwanderwege“ an die frische Luft – Start und Ziel ist der Solegarten, ein paar hundert Meter vom „Heiligen Bezirk“ mit Kirchen, Kapellchen und Marienbildchen entfernt.
Raus an die frische Luft!
„Die neuen Vitalwanderwege sind ein weiterer Schritt zur Höherprädikatisierung der Wallfahrtsstadt Kevelaer zum Ort mit Heilquellen-Kurbetrieb“, sagt Verena Rohde, Leiterin der Abteilung „Tourismus & Kultur“. – „Noch nie stand die Bedeutung von Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen so im Vordergrund wie heute“, ergänzt Kollegin Melanie Pastuska.
Insgesamt gibt es vier verschiedene Vitalwanderwege, die Beschilderung in Blau, Rot, Violett und Schwarz zeigen dabei den Schwierigkeitsgrad der Wege an. Mit einer Länge zwischen 2,7 und 10,9 Kilometern ist an unterschiedliches Konditionsniveau gedacht worden – alle Rundwege führen über Asphaltstraßen, Wald- und Wiesenwege und eignen sich auch zum NordicWalking. Begegnungen mit Schafen und Kühen sind nicht zufällig sondern gewollt.
Entspannen, entschleunigen, wohlfühlen
Oft reichen schon ein paar Stunden, um Kraft zu tanken, die Reserven aufzufüllen“, ist sich Verena Rohde, Leiterin „Tourismus & Kultur“, bei der Stadt Kevelaer,sicher. Und so haben Kevelaers Touristikfachleute ein buntes Angebotspäckchen geschnürt, kleine „Appetizer“, die individuell zusammengestellt und auch gebucht werden können. Motto: Entspannen, entschleunigen wohlfühlen - für vier, acht, 24 oder 48 Stunden. Weitere Informationen unter dem QR-Code (siehe links) oder auf der Website www.kevelaer-tourismus – unter dem Menüpunkt „Service“ steht u.a. der Prospekt „Vitalwanderwege“ zum Download bereit. Am 5. und 6. November, jeweils bis 22 Uhr, sorgt „Kevelaer im Licht“ für Atmosphäre – mit Illuminationen, 3D-Videoprojektion, beleuchteten Walk Acts, Schaufensterinstallationen.„Lichterführung“ am Samstag, 6. November, 16 Uhr, Tickets nur im Vorverkauf erhältlich. Sechs Euro, Kinder bis fünf Jahre frei. Telefon: 0 28 32-122-991
Was unterscheidet die vier Vitalrunden vom üblichen Wandern? „Das Besondere sind die klimatischen Reize, denen der Körper bei der Wanderung ausgesetzt ist“, sagt Dr. Nicolaus Prinz. Der Mann ist Gesundheitstourismusexperte, arbeitet an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen/Geislingen (Baden-Würtemberg) und hat das Kevelaerer Vitalkonzept miterarbeitet. Beim Vitalwandern „werden körpereigene Reaktionsmechanismen angesprochen. Die Abwehrkräfte werden erhöht und die Empfindlichkeit gegenüber Umweltreizen wird gemindert.“

Hinzu komme, dass die Geräusche und Gerüche im Wald als Wellnessfaktor dienten. „Die Wege wurden bioklimatisch und leistungsphysiologisch bewertet. Somit kann ein individuelles, medizinisch verordnetes Bewegungsprogramm unter Berücksichtigung von Klimaexpositionsverfahren kontrolliert umgesetzt werden.“
Vier ausgewiesene Runden
Wer das mal ausprobieren möchte: Der blaue Weg, V1, ist die leichte Runde - mit gemütlichem Weg über die Felder, geeignet auch für Rollstuhlfahrer, Gehzeit: etwa 40 Minuten. V2 (rot gekennzeichnet) bietet sich mit 6,3 Kilometern an – 90 Minuten über asphaltierte Straßen, Wirtschaftswege und Wald. V3 (mittelschwer) ist 9,4 Kilometer lang und lila, die Gehzeit ist mit 2,20 Stunden angegeben, V4 (schwarz) bringt es dann auf 10,9 Kilometer (ca. 2.45 Minuten).
„Entlang der Vitalwanderwege laden zwei ausgewählte Waldstücke zum Waldbaden ein. Hierzu bietet die Wallfahrtsstadt Kevelaer demnächst Termine zum Kennenlernen der besonderen Art des ‘Badens’“ so Verena Rohde. Im Solegarten St. Jakob sind weitere Projekte geplant, u.a. eine Inhalationskabine. Da wird Sole zu Nebel, „der dann von den Besuchern eingeatmet wird und eine besonders positive Wirkung auf die Atemwege hat.“


