Da liegen und stehen sie, fein säuberlich beschriftet und sorgfältig nach Ton und Klangauftrag sortiert: Hunderte, ach was, Tausende von Orgelpfeifen – kleine und große, dicke und dünne, helle und dunkle – der Bauch der mächtig-prächtigen Seifert-Orgel in der Marienbasilika ist leer – die Fachleute haben der „Königin der Musikinstrumente“ eine Kur verordnet – Motto: Alles muss raus.

Da schwebt sie hoch oben unterm blauen Sternenhimmel…
Da schwebt sie hoch oben unterm blauen Sternenhimmel… © FUNKE Foto Services | Fabian Strauch

Großes Reinemachen ist angesagt. Mehr als 10.000 Pfeifen werden in den kommenden zwei Jahren nach und nach ausgebaut, von Hand gereinigt, restauriert und dann wieder eingesetzt. Die letzte Restaurierung fand in den Jahren 1948/49 statt“, sagt Roman Seifert, Orgelbauer in sechster Generation.

Ihre Majestät schwächelt

Der Staub der Jahrzehnte hat sich eingenistet, manche Pfeifen sind ganz schwarz vor lauter Kerzenruß, der sich eingelagert hat, hier und da sind kleine Lederösen an den Ventilen abgerieben – Ihre Majestät schwächelt ein wenig im Klangvolumen. Das freilich hören nur wahre Experten – aber Organist Lehnen freut sich, dass dank großer Unterstützung von Bund, Land, Orgelbauverein und vielen, vielen Spendern nun endlich die Schönheitskur beginnen kann.

Zwei Jahre lang wird die große Seifertorgel nur wie ein „kleines Orchester“ klingen können. Im Zuge der Instandsetzungsarbeiten wandert der Spieltisch von der Empore ins Parterre, ins linke Seitenschiff. Wenn alles fertig ist, werden 143 Register erklingen. Auf der Facebookseite des Orgelbauvereins Kevelaer kann man sich über den Fortschritt der Arbeiten informieren.

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