Alle Jahre wieder steht sie an, die Suche nach den schönsten Weihnachtsgeschenken. Wie wäre es da mal mit nachhaltigen Überraschungen? Das können recycelte, also zum neuen Leben erweckte Gegenstände sein. Produkte aus der Region, also ohne lange Transportwege, oder auch das klassische Fairtrade Bioprodukt, das allen Regeln einer guten Wertschöpfungskette entspricht. Die Möglichkeiten sind vielfältig und wir stellen Ihnen ein paar Ideen vor.

Nachhaltige Geschenke: Regionale Leckereien

Ein persönliches und durchaus praktisches Geschenk sind selbst zusammengestellte Delikatessenkörbe. Gerade für Personen, die keine Wünsche haben und Deko eher als Staubfänger betrachten. Leckereien, die ein bisschen was her machen und für die man im Alltag vielleicht kein Geld ausgeben würde, sind eine klare Empfehlung. Beispielsweise können Sie mit einer Fahrt zum Neukirchen-Vluyner Schloss Bloemersheim eine Packung Apfelchips, Kamp-Lintforter Geilingsbräu Bier, Kräutersalze aus Rheinberg, Nudeln vom Möllenhof aus Kevelaer und Honig des Hausimkers erwerben.

Präsentkörbe mit lokalen Leckereien. Zum Beispiel mit dem Essener Craft Beer "Mücke".
Präsentkörbe mit lokalen Leckereien. Zum Beispiel mit dem Essener Craft Beer "Mücke".© FUNKE Foto Services | Fabian Strauch

Wie wäre es ansonsten mit Ruhrpott Kohla, Limonade gebraut von zwei Ex-Bergmännern oder dem Essener Mücke-Craftbeer, zum Beispiel in der Sorte Himbeere? Oder eine der ausgefallenen, knackigen Popcornsorten von Pottkorn? Die Sorten Gintonic, Grillgemüse oder Hüftgold finden Sie online oder in Shops in Düsseldorf, Oberhausen und Kamp-Lintfort.

Nachhaltigkeit durch Nähe: Schöne Geschenke aus der Region

Wer doch gerne mit auspackbaren Geschenken überrascht: In der Region gibt es so einige kreative Geschenkmöglichkeiten.

Ein Paar aus Schermbeck verkauft etwa schöne Keramikwaren auf ihrer Homepage „Sinnes Keramik“. Schalen, Becher oder Kresseringe: Alle handgefertigt und Unikate. Auch Maßanfertigungen sind möglich.

Mit schönen Kissen vertreibt man schnell die Tristesse im heimischen Wohnzimmer. Daniela Gnann aus Neukirchen-Vluyn setzt mit ihrem Kissen-Label „La Rêverie – Daniela“ auf Nachhaltigkeit – ihre Kissenbezüge bestehen aus recycelten PET-Flaschen. Auf ihrer Website finden Sie die bunten Designs.

Oder wie wäre es mit mehr Natur? Alte Zaunpfähle oder abgestorbene Bäume werden zu neuen Gewürzmühlen: Christian Mückley aus Schermbeck stellt aus Holz außergewöhnliche Alltagsgegenstände her. Produkte gibt es auf Anfrage.

Erlebnisse verschenken

Auch gemeinsame Erlebnisse zu verschenken, kann nachhaltige Erinnerungen schaffen.

Einen Spaziergang mit einem Alpaka in Nordrhein-Westfalen bietet Tierliebenden eine ganz besondere Erfahrung. Unter anderem möglich in Kamp-Lintfort und Essen.

Wie wäre es mit einem schönen Spaziergang in tierischer Begleitung?
Wie wäre es mit einem schönen Spaziergang in tierischer Begleitung?© FUNKE Foto Services | Walter Fischer

Bienenpatenschaft, zum Beispiel bei Bienen „Honig aus Orsoy“ Rheinberg. Mit dem Geld wird der Schutz von Bienenstöcken finanziert. Und Interessierte können bei dem Imkerpaar Reimann über die Schulter gucken und über Bienen und Nachhaltigkeit lernen.

Oder wie wäre es generationsübergreifendes Malen zu verschenken? Zum Beispiel im „Atelier Flowproject“ in Essen Bredeney. Zu einem festgelegten Termin trifft sich die Gruppe zum bewertungsfreien Malspiel.

Warum immer neu?

Die schnelle Bestellung beim Internetriesen, der Großeinkauf im Kaufhaus oder beim Elektrohandel: Auf der Nachhaltigkeitsscala fallen materielle Geschenke mit Verpackung, Transportwegen und Entlohnung der Beschäftigten selten auf die gute Seite. Grundsätzlich gilt sowieso, der nachhaltigste Konsum ist der Nicht-Konsum. Aber wenn Enkelkinder, Partnerin oder Vater einen bestimmten Wunsch haben, möchte man den oft gerne erfüllen. Doch es muss ja nicht immer Neuware sein.

Egal ob Handys, Staubsaugerroboter, eine neue Vase oder ein schickes Hemd, alles wird gebraucht, oder sogar neuwertig verkauft. In eigentlich jeder Stadt gibt es Second-Handläden, in denen sich das Stöbern lohnt. Alternativ bieten sich digitale Plattformen wie Ebay Kleinanzeigen, Ebay oder auch Facebook Marketplace an. Einfach den gewünschten Artikel eingeben, den Ort oder den Suchradius bestimmen und nach den passenden Angeboten filtern. Schont Ressourcen und den Geldbeutel.

Und dann muss das alles noch schön verpackt werden

Jetzt liegt das nachhaltige Geschenk zuhause, aber in welcher Verpackung soll es den Beschenkten übergeben werden? Eine Rolle buntes Hochglanzpapier zu kaufen, dass dann sofort zerrissen wird, steht auf der Nachhaltigkeitsskala nicht weit oben. Daher hier ein paar Tipps:

1. Altes Zeitungspapier wiederverwerten. Suchen Sie in den kommenden Ausgaben nach schönen Seiten. Verpacken Sie Schmuck in Blättern eines Modemagazins oder den Reiseführer in die Seiten eines Outdoormagazins. Ein hübsch drapierter Tannenzweig, eine kleine Karte oder aufgeklebte Schokolade werten die Optik auf.

2. Egal ob Cremedöschen, alte Kaffeebüchse oder Blechdose: Diese Art der Gebrauchsgegenstände lassen sich hübsch verzieren und nach dem auspacken wiederverwenden.

3. Gemusterte Geschirrhandtücher, Stoffreste oder Jutebeutel: Stoff gibt einem Geschenk eine andere Wertigkeit und kann anschließend weiterleben.

4. Pro-Tipp: An Geburtstagen und Weihnachten Geschenke vorsichtig öffnen und die Verpackung für die nächsten Gelegenheiten aufbewahren.

Schön und mehrfach verwendbar: Mit einem Tuch werden bei der japanischen Falttechnik Furoshiki Geschenke eingepackt.
Schön und mehrfach verwendbar: Mit einem Tuch werden bei der japanischen Falttechnik Furoshiki Geschenke eingepackt. © dpa-tmn | Unbekannt

Nachhaltige Geschenkgutscheine und Kleinigkeiten

Und wer doch gerne Gutscheine verschenkt, wie wäre es denn Mal mit einem Gutschein für den lokalen Unverpacktladen, Second-Hand-Shop oder eine plastikfreien Drogerie? Der Unverpacktladen „Tante Pati“ aus Moers bietet zum Beispiel Nüsse, vegane Gummibärchen, Nudeln, Deocreme oder Erdbeersecco an. Im Essener Südviertel finden sich in der plastikfreien Drogerie „von Grünstadt“ edle Trinkflaschen, Kupfertücher, Glastrinkhalme oder Waschmittel zum Abfüllen.

Egal ob selbst gemacht oder gekauft. als Hauptgeschenk oder Gimmik: Ein wunderbares Geschenk das der Umwelt, Insekten und Menschen Freude schenken kann, sind Blumensaatpakete. Die regionalen Blütenbomben können einfach an Straßenrändern oder Bauminseln verstreut werden und sorgen für eine bunte Blumenvielfalt im Frühjahr.

Auch praktisch und nachhaltig sind Saisonkalender. Bei Erdbeeren im Winter und Blumkohl, die das ganze Jahr angeboten werden, kann man bei der Wahl im Supermarkt schon mal durcheinander kommen. Saisonkalender zeigen jenes Obst und Gemüse, das im jeweiligen Monat aktuell ist. Das spart lange Transportwege und hilft beim nachhaltigen Wocheneinkauf.