Neue Tarife beim VRR

Ticket für Senioren wird im Nahverkehr deutlich teurer

Bahnfahren wird teurer.

Bahnfahren wird teurer.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Essen.   Besonders ältere Menschen sind von den Preiserhöhungen bei Bus und Bahn betroffen. Aber auch andere müssen künftig mehr zahlen. Ein Überblick.

Viele Nahverkehrskunden im Ruhrgebiet müssen sich ab dem kommenden Jahr wieder auf höhere Fahrpreise einstellen. Wie der Verwaltungsrat des Verkehrsverbandes Rhein-Ruhr (VRR) am Mittwoch beschloss, werden die Tickets im Durchschnitt um 1,9 Prozent teurer.

Nach den großen Preissprüngen in den beiden Vorjahren von 3,8 beziehungsweise 2,9 Prozent fällt die „Preisanpassung“ zum 1. Januar 2018 zwar moderat aus. In einigen Tarifen steigen die Preise allerdings teils kräftig. So kostet das beliebte Bärenticket künftig 86,70 Euro. Aktuell liegt die Monatskarte, mit der Senioren ab 60 Jahren „erstklassig“ durchs gesamte VRR-Gebiet fahren können, bei 83,60 Euro. Anstieg: 3,7 Prozent. Vor vier Jahren war das Bärenticket noch zehn Euro billiger.

Überdurchschnitt teurer wird es in den Revierstädten

Überdurchschnittlich teurer wird der Nahverkehr in den großen Revierstädten. In der Preisstufe A3 steigen die Preise sowohl für das Einzel- und Vierer-Ticket als auch für die Monatskarte Ticket 2000 um 2,7 bis 3,7 Prozent. VRR-Manager José Luis Castrillo begründete dies mit dem erhöhten Investitionsbedarf in die Infrastruktur besonders der großen ÖPNV-Betriebe im Ruhrgebiet. Die Tarifzone A3 gilt in Essen, Bochum, Dortmund, Düsseldorf und Wuppertal, nicht jedoch Duisburg.

Besonders kräftig an der Preisschraube dreht der VRR beim 2012 eingeführten Sozialticket. Es kostet demnächst 37,80 Euro und damit satte 6,3 Prozent mehr. Der Aufschlag von 2,25 Euro wird zudem bereits ab Oktober fällig. Fast wäre das Monatsticket für Bedürftige, das etwa Sozialhilfe-Empfängern und Langzeitarbeitslosen unbegrenzte Fahrten am Wohnort ermöglicht, sogar Opfer seines eigenen Erfolges geworden.

Seit Einführung stieg die Nutzerzahl um 250 Prozent. Entsprechend wuchs der Zuschussbedarf für das stark vergünstigte Ticket. Nur durch den deutlichen Preissprung sei es daher überhaupt noch möglich, das Sozialticket weiterhin anzubieten, betonte VRR-Vorstand Castrillo.

Veränderungen beim Tagesticket

Verbesserungen verspricht der VRR dagegen für Tickets in Preisstufe C, die vereinfacht werden und einen größeren Geltungsbereich erhalten soll. Veränderungen gibt es zudem beim Tagesticket, das zu einem touristentauglichen 24-Stunden-Ticket aufgewertet und zudem als 48-Stunden-Variante angeboten wird. Der Azubi-Fahrschein „Young-Ticket“ wird ab Januar nur noch verbundweit angeboten.

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