Indoor-Spielplatz

„Kinderwelt“ Recklinghausen: Brandschaden in Millionenhöhe

Der Indoor-Spielplatz „Kinderwelt“ in Recklinghausen ist komplett abgebrannt. Die Schäden gehen laut Polizeiaussagen in die Millionenhöhe.

Der Indoor-Spielplatz „Kinderwelt“ in Recklinghausen ist komplett abgebrannt. Die Schäden gehen laut Polizeiaussagen in die Millionenhöhe.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Recklinghausen.  Ein Feuer hat den Indoor-Spielplatz „Kinderwelt“ in Recklinghausen komplett zerstört. Die Polizei geht von einem Millionenschaden aus.

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Der Indoor-Spielplatz „Kinderwelt“ in Recklinghausen ist am Donnerstag komplett abgebrannt. Eine weithin sichtbare Rauchwolke zog über die Stadt. Die Wolke war auch von Herne und Bochum aus zu sehen. Meldungen gab es auch aus Herten oder Witten. Die Einsatzkräfte wurden am Donnerstag gegen 11 Uhr alarmiert. Als sie eintrafen, stand die Halle schon im Vollbrand.

Die „Kinderwelt“ befindet sich an der Hochstraße. Die Einsatzkräfte sperrten auch umliegende Straßen. Die Bevölkerung wurde zudem über die Warn-App Nina alarmiert. Anwohner vor allem in den Stadtteilen Hochlarmark, Süd und Grullbad wurden gebeten, Fenster und Türen vorübergehend geschlossen zu halten. Ähnliche Warnungen gab es auch in benachbarten Städten. Fotos von dem Großbrand wurden auch in den Sozialen Medien rasch verbreitet und geteilt.

„Kinderwelt“ abgebrannt: 120 Feuerwehrleute bekämpften die Flammen

Das Gebäude ist teilweise eingestürzt. Neben den Feuerwehren aus Recklinghausen, Herten und Castrop-Rauxel waren auch Einsatzkräfte aus Herne vor Ort. Insgesamt bekämpften rund 120 Feuerwehrleute die Flammen.

Durch den Brand könne es nach Angaben des Kreises Recklinghausen zu „Geruchsbelästigungen und Rußpartikel-Niederschlägen kommen, die bis Oer-Erkenschwick reichen“. Die Feuerwehr führe daher Messungen durch. Das NRW-Umwelt- und Verbraucherministerium riet zunächst vom Verzehr von Obst und Gemüse aus dem Freiland in diesem Bereich ab, bis feststehe, welche Stoffe freigesetzt worden sind. Hautkontakt mit den Partikeln sollte ebenfalls vermieden werden.

Rauchwolke zieht über Recklinghausen

Die Feuerwehr war zunächst mit vier Löschzügen ausgerückt. Wie der Kreis Recklinghausen rund eine Stunde nach dem Ausbrauch des Feuers mitteilte, hat es nach Angaben der Einsatzleitung bei dem Feuer zum Glück keine ernsthaft Verletzten gegeben. Eine Anwohnerin soll mit Atembeschwerden ein Krankenhaus aufgesucht haben. Das konnte sie aber schnell wieder verlassen. Ein Feuerwehrmann habe sich wohl leicht verletzt.

In den Sommerferien öffnet die „Kinderwelt“ um 10 Uhr morgens. Auch am Donnerstag war dort und in einer angrenzenden Spielhalle offenbar zunächst regulärer Betrieb. Die Mitarbeiter und die Besucher, zu diesem Zeitpunkt zwei Familien, nach Feuerwehrangaben insgesamt 15 Personen, hatten sich rechtzeitig ins Freie retten können.

Rewe-Markt musste wegen des Einsatzes schließen

Vorsichtshalber hatten die Einsatzkräfte auch Wohnhäuser in der unmittelbaren Umgebung evakuiert. Auch ein Rewe-Supermarkt in der Nähe musste wegen des Brandes schließen. Gegen 13.45 Uhr konnte eine Sprecherin des Kreises Recklinghausen mittteilen, dass das Feuer zumindest unter Kontrolle sei. Die Nachlöscharbeiten dauerten am Donnerstag bis in die Abendstunden. Gegen 20.45 konnte der Einsatz dann beendet werden.

Teile des Hallenkomplexes musste die Feuerwehr mit Baggern einreißen lassen, um Glutnester aufzudecken und löschen können zu können. An dem Gebäude befand sich auch ein Flüssiggastank, der kontrolliert entleert werden musste. Den Brand hatte die Feuerwehr nach eigenen Angaben mit fünf Drehleitern, mehreren Wasserwerfern und über Löschrohre bekämpft.

Erste Hinweise auf die Brandursache folgten am Freitag

Gegen 16 Uhr teilte die Kreisverwaltung mit, dass die Luftmessungen keine „Auffälligkeiten“ ergeben hätten. Diesbezügliche Warnungen wurden entsprechend zurückgenommen. Die Rußpartikel sollten in den kommenden Tagen noch genauer untersucht werden, um mögliche schädliche Einflüsse für die Umwelt ausschließen zu können.

Keine Entwarnung dagegen gibt es für den Verzehr von Obst und Gemüse aus umliegenden Gärten. Gartenbesitzer sollten erst das Ergebnis der LANUV-Untersuchung abwarten. Zudem bleibt ein Kinderspielplatz in der Nähe gesperrt. Er sei sehr wahrscheinlich von giftigen Rußpartikeln überzogen und müsse erst dekontaminiert werden, erklärte Kreissprecherin Küchmeister am Donnerstagabend.

Möglicherweise konnte sich das Feuer schnell ausbreiten, weil die Decke der Halle von Holzbalken getragen wurde. Das bestätigte eine Polizeisprecherin. Während des Feuers kreiste ein Polizeihubschrauber über dem Brandort. Nach Angaben der Sprecherin ist von einem Schaden in Millionenhöhe auszugehen. Die Brandursache war am Donnerstag zunächst noch unklar. Am Freitag gab die Polizei bekannt, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen technischen Defekt gehandelt habe.

„Kinderwelt“ ist vor zehn Jahren eröffnet worden

Der Spielplatz „Kinderwelt“ ist vor zehn Jahren eröffnet worden und bei Besuchern unter anderem für Geburtstagsfeiern beliebt. Zu den Spielgeräten zählen zum Beispiel ein Kletterturm, eine Hüpfburg, mehrere Rutschen und eine 18-Loch-Minigolf-Anlage. Nach eigenen Angaben erstreckt sich der Indoor-Spielplatz auf 4500 Quadratmetern. Hinzu kommt ein Outdoor-Bereich mit nochmal 1500 Quadratmetern.

In diesem Sommer ist es im Ruhrgebiet bereits zu mehreren Großbränden gekommen, bei denen der Rauch von weit weg zu sehen war. Ende Juli brannte im Essener Norden ein Teppichberg, bei dem eine Rauchwolke über das Industriegebiet zog. In Bochum-Langendreer brannte zwei Tage später eine Kompostieranlage. Die Rauchwolke war in mehreren Ruhrgebietsstädten zu sehen.

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