„Hier stimmt im System etwas nicht“

Düsseldorf.   „Spätestens zu Beginn des neuen Schuljahres“ sollte Bivsi Rana gemeinsam mit ihren Eltern zurück in Deutschland sein, fordert Joachim Stamp (FDP) in einem Brief an die Bundesregierung. Der Vize-Ministerpräsident NRWs hat sich inzwischen im Fall der nach Nepal abgeschobenen Duisburger Gymnasiastin Bivsi Rana offiziell eingeschaltet. Sein Brief, der der WAZ vorliegt, ist an die Adresse von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) gerichtet.

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„Spätestens zu Beginn des neuen Schuljahres“ sollte Bivsi Rana gemeinsam mit ihren Eltern zurück in Deutschland sein, fordert Joachim Stamp (FDP) in einem Brief an die Bundesregierung. Der Vize-Ministerpräsident NRWs hat sich inzwischen im Fall der nach Nepal abgeschobenen Duisburger Gymnasiastin Bivsi Rana offiziell eingeschaltet. Sein Brief, der der WAZ vorliegt, ist an die Adresse von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) gerichtet.

Die Landesregierung erwartet, dass der Bund einen Ausnahmepassus des Aufenthaltsgesetzes nutzt, um Bivsis Familie aus dringenden humanitären Gründen eine dauerhafte Bleibeperspektive in Deutschland zu geben. „Es ist nicht richtig, dass ein 14-jähriges vollständig integriertes Mädchen in ein ihr unbekanntes Land abgeschoben worden ist“, sagte Stamp der WAZ.

Der Duisburger Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, da die Ranas gut Deutsch sprechen, bestens integriert sind und seit 2001 fast durchgängig versicherungspflichtiger Arbeit nachgehen. Zwei Mitarbeiter des Ausländeramts hatten Bivsi Ende Mai zur Abschiebung direkt aus dem Klassenraum geholt.

Maß der Integration stärker beachten

Der für Integrationsfragen zuständige Minister Stamp nahm die Stadt Duisburg gegen Vorwürfe in Schutz, über das Ziel hinaus geschossen zu sein: „Es wäre falsch, die Kritik an dem Vorgehen allein der Behörde in Duisburg anzuheften, weil hier etwas im System nicht stimmt, das behoben werden muss.“

Stamp will den Kommunen künftig wohl stärker die Möglichkeit einräumen, bei Abschiebefällen das Maß der Integration und den Schutz des Familienverbandes zu berücksichtigen. Auch Duisburgs OB Sören Link und der Petitionsausschuss hatten sich für die Ranas eingesetzt.

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