Ob im Garten, auf dem Balkon oder der Fensterbank: Wer auf kleinstem Raum gärtnern will, hat viele Möglichkeiten. Um den „verlorenen Bezug“ zur Natur wiederherzustellen gibt es immer mehr Menschen, die damit anfangen, sagt Petra Wiemann-Schmidt, Koordinatorin des Essener Kistengartens Karnap. „Im Prinzip kann man überall gärtnern, wo Erde reinpasst. Die wichtigsten Voraussetzungen sind genügend Wasser, ausreichend Licht und guter Boden.“
Für gutes Gelingen sollte man sich die qualitativ bessere Erde leisten
Wer diese Dinge beachtet, kann leicht selbst über das ganze Jahr allerlei Gemüsesorten aufziehen. Besonders bei der Auswahl der Erde rät Expertin Wiemann-Schmidt zu Sorgfalt. Da sollte man sich schon die gute, wenn auch teurere Bio-Erde leisten und die Finger von günstiger Blumenerde lassen. Den Unterschied machen die Inhaltsstoffe: „Pflanzen brauchen Humus und der Anteil daran ist in Blumenerde nur sehr gering.“
Der Kauf von Bio-Erde lohnt sich auch langfristig, da diese sich bis zu zwei Jahren halte, sagt die selbstständige Unternehmensberaterin für Nachhaltigkeit. Alternativ ist auch Gemüseerde gut nutzbar, ebenfalls eine hochwertige Erde mit hohem Humus-Anteil. Wer sich unsicher ist, kann sich beim Kauf auf alle Fälle im Gartenfachmarkt oder Baumarkt beraten lassen.
Was das Gefäß betrifft, eignen sich einfache Töpfe, Kästen oder Beete. „Das Wichtigste dabei ist, dass ein Wasserablauf vorhanden ist. Sonst ertrinken die Pflanzen“, erklärt Wiemann-Schmidt. Die Erde sollte stets gut durchfeuchtet sein, aber die Wurzeln dürften keinesfalls zu lange im Wasser stehen.
Vertikales Gärtnern erlaubt der Kreativität freien Lauf
Ansonsten ist der Kreativität bei der Gestaltung freier Lauf gelassen: Ob spiralförmige Beete, Hochbeete, Blumenregale oder einfach alte, aufgeschnittene Plastikflaschen oder Reissäcke – Trends, wie sie in vielen Ratgebern und Online-Fotogalerien zum Thema „Urban Gardening“ zu finden sind. Alles möglich, meint Hobbygärtnerin Wiemann-Schmidt: „Schon in einer Plastiktüte mit Löchern lassen sich Tomaten aufziehen.“
Man müsse nur beachten, dass sich so eine Tüte nur eine Saison halte und in der nächsten ausgewechselt werden sollte. Ganze Pflanzbeutel mit einer Mischung aus Spezialerde und Saat von Tomaten oder Kartoffeln lassen sich fertig kaufen und können sehr praktisch sein. „So kann man sich einen eigenen kleinen Naschgarten aufziehen.“

Die Grundlage für das Gärtnern auf kleinster Fläche ist die Idee, den Raum in der Höhe zu nutzen: Vertikales Gärtnern, so nennt sich das Prinzip. Aufhängbare Kunststofftaschen mit Fächern lassen sich auf diese Weise nutzen. Die Fächer werden mit Erde und Saat befüllt, die Tasche im Ganzen an die Wand gehängt.
Wiemann-Schmidt: „Man muss nur aufpassen, da das Wasser darin schnell nach unten durchläuft.“ Nach oben kommen sollten daher Pflanzen, die nicht viel Wasser brauchen, nach unten solche, die mehr Feuchtigkeit benötigen.


