Auto-Attentat

Bottrop-Attentäter bestätigt Ausländerhass als Motiv

Auf dem Berliner Platz in Bottrop hat der 50-jährige Andreas N. mit einem Auto acht Menschen angefahren und schwer verletzt.

Auf dem Berliner Platz in Bottrop hat der 50-jährige Andreas N. mit einem Auto acht Menschen angefahren und schwer verletzt.

Foto: Lars Heidrich

Bottrop/Essen.   Mutmaßlicher Täter von Bottrop und Essen sagt, er wollte Anschlägen durch Flüchtlinge zuvorkommen. Er soll eine schizophrene Erkrankung haben.

Der mutmaßliche Attentäter von Bottrop und Essen hat in seinem Verhör offenbar Hass auf Ausländer als Motiv für seine Tat bestätigt. Schon bei seiner Festnahme äußerte er sich entsprechend. Der 50-jährige Andreas N. habe erneut ausgesagt, er habe etwaigen „Anschlägen durch syrische oder afghanische Flüchtlinge zuvorkommen“ wollen, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Andreas N. soll jahrelang arbeitslos gewesen sein und zuvor als Gebäudereiniger gearbeitet haben. Seit Jahrzehnten soll er unter einer schizophrenen Erkrankung gelitten und 2005 zeitweilig in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik gelebt haben.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte schon kurz nach dem Anschlag am Silvesterabend erklärt, der Mann sei in der Vergangenheit wegen psychischer Probleme in Behandlung gewesen. Polizeilich war Andreas N. aber zuvor nicht in Erscheinung getreten.

Tatorte nun wieder freigegeben

Drei Tage nach der offenbar gezielten Attacke mit einem Auto auf feiernde ausländisch wirkende Passanten hat die Polizei am Donnerstag die Tatorte in Bottrop und Essen freigegeben. Die Ermittler hätten ihre Arbeit abgeschlossen, hieß es bei der Polizei Münster. Acht Menschen waren durch den Angriff mit einem Kombi schwer verletzt worden, darunter eine syrische Familie, eine afghanische Mutter, ihr vierjähriger Sohn, ein zehnjähriges Mädchen aus Syrien und ein 34-jähriger Deutscher mit türkischen Wurzeln.

Amokfahrt von Bottrop: Wenn das Auto zur Waffe wird Schon am Mittwoch hatten 120 Menschen mit dem Bündnis „Essen stellt sich quer“ gegen Fremdenfeindlichkeit demonstriert. Am Donnerstag rief auch das „Bündnis Buntes Bottrop“ zur Teilnahme an einer Mahnwache auf dem Berliner Platz auf. Sie soll am Samstag von 11 bis 12 Uhr Bürgern eine Möglichkeit bieten, ihre Solidarität und ihr Mitgefühl für die Opfer des Anschlags in der Silvesternacht öffentlich zu zeigen. Anmelder ist der Deutsche Gewerkschaftsbund in Bottrop. Oberbürgermeister Bernd Tischler (SPD) erklärte, es seien viele Solidaritätsadressen aus der Bevölkerung eingegangen: „Die Bottroper haben zusammengestanden.“

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