Verkehr

Bezirksregierung: B 224 wird keine Umweltzone

Eine der Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit und Reduzierung von Unfällen sind Mittelplanken auf der B 224

Eine der Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit und Reduzierung von Unfällen sind Mittelplanken auf der B 224

Foto: Heinrich Jung

Gladbeck.   Die Bezirksregierung beantwortet Forderung des Bürgerforums. Die Initiative gibt sich mit der Ablehnung nicht zufrieden. „Wir lassen nicht nach“

Die Ablehnung kommt nicht überraschend, aber das erneute „Nein“ der Bezirksregierung Münster zur Einbeziehung der B 224 in die Umweltzone lässt das Bürgerforum Gladbeck auch weiterhin nicht auf sich beruhen. „Wir lassen nicht nach, wollen, dass die Menschen darüber reden und informiert sind“, begründet Vorsitzender Dr. Norbert Marißen die Beharrlichkeit der Initiative in Sachen B 224 und Gesundheitsgefahren für die Bürger.

Bürgerforum: Gesundheitsschutz ist für Regierungspräsidentin kein Thema

Im Oktober hatte das Forum daher einen erneuten Antrag, wie schon 2015, zur Einbeziehung der B 224 in die Umweltzone an die Bezirksregierung geschickt. Ende November erfolgte, wie vor drei Jahren, die abschlägige Antwort. Diese sei „völlig unzureichend und auch die Fakten stimmen nicht“, so Norbert Marißen. Was ihn und die Mitglieder des Bürgerforums besonders ärgert: Auf ihr Hauptargument, dass der Schutz der Gesundheit der Bürger eine Verpflichtung sei, werde gar nicht eingegangen. Marißen: „Ein fürsorglicher Staat kann so nicht handeln“.

Hauptargument von Regierungspräsidentin Dorothee Feller gegen die B 224 als Umweltzone ist ihre Bedeutung als Transitstrecke. Deshalb sei die Bundesstraße bei Aufstellung des Luftreinhalteplans im Jahr 2011 von der Umweltzonenregelung ausgenommen worden. Den vom Bürgerforum angeführten Vergleich mit der noch stärker befahrenen B 1 in Dortmund, die zur Umweltzone erklärt wurde, will sie nicht gelten lassen. Dort seien, anders als in Gladbeck, Stickstoffdioxid-Werte über dem Höchstwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen worden.

Schadstoff-Höchstgrenzen an beiden Messstationen überschritten

„Stimmt nicht“, widerspricht das Bürgerforum. An der Messstation an der Goethestraße seien die Höchstwerte 2016 überschritten worden, auch an der Grabenstraße lagen sie 2016 und 2017 bei 41, bzw. 42 Mikrogramm pro Kubikmeter. Die Werte ergäben sich aus der aktuellen Umweltverträglichkeitsstudie, die von Straßen.NRW für den Ausbau der A 52 erstellt wurde.

Das Forum weist auch darauf hin, dass, laut zuverlässiger Quelle, bei den Beratungen über den Luftreinhalteplan die B 224 sehr wohl als Umweltzone in Frage gekommen sei, in der Beschlussvorlage damals jedoch überraschend herausgenommen wurde.

Bezirksregierung: „Es gibt keine Unfallhäufigkeit“

Ablehnend reagiert die Regierungspräsidentin auch auf die, ebenfalls schon mehrfach erhobene Forderung des Bürgerforums, auf der B 224 dauerhaft Tempo 50 einzurichten. „Im Bereich der Stadt Gladbeck ist keine Unfallhäufungsstelle zu verzeichnen“, heißt es im Antwortschreiben. Dagegen führt das Bürgerforum Unfallzahlen an, die im vergangenen Jahr nach einem besonders schweren, tödlich verlaufenen Unfall im März dazu führten, die Verkehrsunfallkommission im Kreis Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit forderte, die in diesem Jahr fast alle umgesetzt wurden.

„Wir haben die ablehnende Antwort der Bezirksregierung erwartet“, sagt Marißen im WAZ-Gespräch. Das Bürgerforum hat seinerseits nun erneut eine ausführliche Antwort nach Münster geschickt. Außerdem wird die Initiative den Schriftverkehr mit der Bezirksregierung an die Staatskanzlei in Düsseldorf weiterleiten. „Wir wollen Transparenz herstellen und bekannt machen, wie die Bezirksregierung sich zu diesem Thema verhält“, begründet Marißen den Schritt. Seine Hoffnung: So könnte Münster zu einer Stellungnahme veranlasst werden und mehr Druck entstehen.

Denn seit der Verhängung der Diesel-Fahrverbote in nächster Nachbarschaft brodele es in der Bevölkerung, seien weitere Fahrverbote nicht auszuschließen. Daher müssten andere Lösungen für die Umweltproblematik gefunden werden.

Welche das wären? „Verringerung des Verkehrs und Reduzierung der Geschwindigkeit, denn ein geringeres Tempo verringert die Schadstoffemissionen“, schlägt Marißen vor. Konkrete Idee für die B 224: Eine Extra-Busspur von Gladbeck nach Essen einrichten. „Dann könnte man in einem Rutsch durchfahren, wäre schneller als mit dem Pkw“.

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